Patienten fragen

Ich habe vor kurzem eine Chemotherapie abgeschlossen. Mein Hausarzt schlägt mir nun vor, einen sog. Immunstatus machen zu lassen, um genauere Rückschlüsse ziehen zu können, wie meine Immunabwehr funktioniert. Was halten Sie von dieser Untersuchung?

Krebserkrankungen gehen häufig mit Veränderungen der Aktivität des Immunsystems einher, insbesondere nach Chemo- oder Strahlentherapie. Heute bestehen zwar sehr komplexe Untersuchungsmöglichkeiten, die Labormedizin kann den Zustand des Immunsystems dennoch nur ansatzweise prüfen.
So werden anhand des so genannten Immunstatus bestimmte Abwehrzellen, die Lymphozyten und deren Untergruppen bestimmt. Allerdings können mit dieser Untersuchung vor allem die Absolutzahl bestimmter Abwehrzellen und nur eingeschränkt deren Funktion bestimmt werden. Auch wenn alle Zellen des Abwehrsystems absolut gesehen in richtiger Anzahl vorliegen, können trotzdem Immundefizite bestehen. So sind für die Immunabwehr Flexibilität und Funktionsfähigkeit der einzelnen Zellen wichtig, auf die durch einen Immunstatus nur grob orientierend zurückgeschlossen werden kann.
Wie bei vielen anderen diagnostischen Methoden setzt die richtige Bewertung der Befunde jedoch eine entsprechende Erfahrung bei Ihrem behandelnden Arzt voraus. Fragen Sie Ihren Hausarzt ruhig, ob er diese Erfahrung hat. Denn nur so kann die Bestimmung des Immunstatus auch eine bessere auf Sie abgestimmte Therapie nach sich ziehen.