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Gewichtsverlust unter Chemotherapie

06. März 2024

Während der Chemotherapie leide ich vermehrt unter Gewichtsverlust. Was kann ich dagegen tun?

Zunächst einmal ist es wichtig, gesundheitliche Beschwerden, die die Nahrungsaufnahme zusätzlich beeinträchtigen, so gut wie möglich zu lindern. Dies sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Verstopfung, entzündete Mundschleimhaut oder Appetitlosigkeit.
Vor allem für Patientinnen und Patienten mit starkem Gewichtsverlust sind bestimmte Diätformen, wenn sie sehr einseitig verstanden werden, problematisch, weil sie zum Teil dem  Körper zu wenig wichtige Nährstoffe zuführen. Diese sind z. B. die Gerson-Diät, die Breuss-Diät, die Coy-Diät und die ketogene Diät.
Um den Stoffwechsel zu entlasten und um bei Gewichtsverlust mehr Nährstoffe und  Kalorien aufzunehmen, sind mindestens zwei bis drei Zwischenmahlzeiten zusätzlich zu den drei Hauptmahlzeiten empfehlenswert. Bei Appetitlosigkeit, Ekel vor Speisen, Übelkeit und Brechreiz kann der Einsatz  sogenannter Bitterstoffe helfen, wie beispielsweise Amara-Tropfen (Weleda) oder Enzian-Magentonikum (Wala), jeweils 15 Minuten vor dem Essen. Um eine Gewichtsabnahme zu verhindern oder eine Gewichtszunahme zu erreichen, müssen nicht unbedingt größere Nahrungsmengen gegessen werden. Wichtig ist vor allem, die Nahrung mit Kalorien und Eiweiß anzureichern. Letzteres kann mit Fisch, Fleisch, Eiern, Milchprodukten (am besten in Bio-Qualität) und pflanzlichen Nahrungsmitteln (Bohnen, Hülsenfrüchte, Nüsse, Reis, Quinoa, Amaranth) erfolgen.
Nährende Suppen mit Wurzelgemüsen, z. B. Kürbis, Süßkartoffel, Rübchen, Sellerie, Möhren, Pastinaken, sind insbesondere bei Schluckbeschwerden sehr zu empfehlen. Reichern Sie die Gerichte immer großzügig mit  Sahne, Butter und hochwertigen pflanzlichen Ölen (Olivenöl, Leinöl etc.) an. Anstelle von Sahne können Sie auch Soja-Cuisine oder anderen Sahneersatz aus Hafer oder Dinkel verwenden. Auch Kokosmilch und Nussmuse liefern Energie. Diese können ebenfalls gut in Speisen oder Suppen gerührt werden. Besonders Nussmuse (Cashew, Sesam, Erdmandel) sind hervorragend zum Verdicken von Soßen oder als Bestandteil einer stärkenden Salatsoße geeignet. Bevorzugen Sie außerdem Olivenöle sowie Omega-3-reiche Fische bzw. Fischöle und Pflanzenöle.
Wenn Sie keine feste Nahrung mögen oder Probleme mit dem Kauen haben, können Sie die Speisen jederzeit pürieren. Bereiten Sie jede Mahlzeit frisch zu, damit ein möglichst hoher Nährstoffgehalt gesichert werden kann. Besonders schnell und nährstoffreich geht das Kochen dabei mit einem Wok.
Denken Sie immer auch an die Anregung des Appetits durch Bitterstoffe, Artischockencocktail oder gut gewürzte Suppen. Wenn Sie gar keinen Appetit haben, kann es hilfreich sein, auf nostalgische Speisen aus der Kindheit zurückzugreifen und diese sinnvoll kalorisch aufzuwerten, z. B. Griesbrei aus Hirsegries mit Honig, mit einem Stück Biobutter, sogar mit einem hineingerührten Ei. Oder sogar Pudding, nur ohne Zucker, dafür mit Honig und Hafermilch und etwas Mandelmus. Hinzu kommt die damit verbundene positive Erinnerung, dass so etwas auch die Mutter oder die Oma gemacht hat, wenn es einem schlecht ging.


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©iStock, 1210358928, nortonrsx
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