Patienten fragen

Ich habe Mundboden-Krebs und werde im Kopf-Hals-Bereich bestrahlt. Die starken Nebenwirkungen, wie Mundschleimhautentzündung, plagen mich sehr. Was kann ich dagegen tun?

Entzündungen der Mundschleimhaut (Stomatitiden) treten als Nebenwirkungen einer Chemotherapie auf. Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren sind davon besonders schwer betroffen, da meistens auch noch eine Bestrahlung im Mund-Rachen- Bereich erfolgt. Die Naturheilkunde bietet verschiedene Therapieansätze, um diesen Entzündungen vorzubeugen bzw. sie zu lindern. Besonders bewährt haben sich während Strahlentherapie regelmäßige Salbeispülungen und die lokale Applikation von Traumeel-Ampullen, sowie nach komplettem Abschluss der Strahlentherapie das Ölkauen. Außerdem empfehlen wir Ihnen, vor allem während der Bestrahlung hoch dosiert Selen (300 μg) einzunehmen, am besten als Selenase Trinkampullen. Behalten Sie das Selen vor dem Herunterschlucken einige Sekunden im Mund. Wenn Zinktabletten zerkaut werden können und der Geschmack nicht allzu sehr stört, liegen auch gute Erfahrungen mit Zinkorotat vor – die Tablette zerkauen und mit dem Speichel im Mund wirken lassen. Zusätzlich ist es hilfreich, während der Chemotherapie einen Eiswürfel in den Mund zu nehmen und zu lutschen. Durch die Kälte werden die Schleimhäute schlechter durchblutet und nehmen weniger Gifte auf. Gestalten Sie Ihre Ernährung während der Zeit der Therapie möglichst entlastend. Meiden Sie eher heiße, salzige oder stark gewürzte Speisen; dies gilt auch für saures Obst oder Rohkost. Eine Alternative bieten hier fein gemixte »grüne Smoothies«, die durch deren starke Zerkleinerung während Chemo- und Strahlentherapie besser vertragen werden.
Folgende Nahrungsmittel sind während dieser belastenden Phase empfehlenswert: Obst und Gemüse wertschonend gegart bzw. gedünstet, fein vermahlene Vollkornprodukte (Dinkel, Hafer), Säfte möglichst milchsauer vergoren und verdünnt (z.B. Kanne-Brottrunk®), Bio-Soja-Produkte, Bio-Geflügel, Tiefseefisch, Bio-Öle (Lein-, Olivenöl), Kartoffeln als Pell- oder Salzkartoffeln, „bittere” Kräutertees, kohlensäurearme Mineralwässer, zum Süßen in geringer Menge, z. B. Honig, Ahornsirup, Birnen- bzw. Agavendicksaft. Bei sehr starker Beeinträchtigung der Schleimhäute im Mund-Rachen-Bereich kann es ratsam sein, vorübergehend auf Cremesuppen, Kartoffel- oder Karottenpüree, Hafer, Reis- oder Leinsamenschleimsuppen sowie Apfelmus auszuweichen. Diese dürfen mit wertvollen Ölen (z. B. Leinöl, Olivenöl, Walnussöl) angereichert werden.
Führen Entzündungen im Mund- oder Rachenraum zu erheblichen Schluckbeschwerden, sodass eine Nahrungsaufnahme kaum mehr möglich ist, besprechen Sie dies bitte mit dem behandelnden Arzt. Um dem Verlust an Körpergewicht entgegenzuwirken, kann eine Ernährung über die Vene notwendig werden. Diese sollte möglichst frühzeitig eingeleitet werden, da Studien zeigen, dass die Therapie schlechter vertragen wird, wenn man währenddessen zu stark abnimmt.
Folgende Präparate wirken lokal in der Mundschleimhaut: Paramirum-Tropfen (Fa. Erbasens), Granaimmun-Tropfen (Dr. Jacobs) und Echinacin-Tabletten (z.B. Esberitox). Echinacin darf erst nach der Chemotherapie gegeben werden, da komplexe Wechselwirkungen über Entgiftungsenzyme der Leber möglich sind. Denkbar ist vor allem, dass Präparate, die direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen werden, auch helfen können, das Rückfallrisiko zu minimieren. Dies gilt vor allem für Patienten mit Zungen(-grund) karzinomen oder Tumoren des Rachenbereichs. Eine solche Therapie lässt sich gut mit der hoch dosierten Einnahme von Enzymen (siehe GfBK-Info Enzyme) kombinieren.