Patienten fragen

Als Brustkrebspatientin interessiert mich die Frage, ob in Kosmetikprodukten mit Mandel- oder Granatapfelöl pflanzliche Hormone in nennenswerten Mengen enthalten sind. Und wenn ja: Welche Öle empfehlen Sie mir als Alternative?

Tatsächlich können Mandel- und Granatapfelöl estradiolerhöhend wirken. Allerdings sind die hormonunterstützenden Effekte bestimmter Nahrungsmittel (z. B. Walnüsse erhöhen Progesteron, Mandeln das Estradiol), Öle oder Pflanzenbestandteile (Yamswurzel für Diosgenin oder Phytoöstrogene im Rotklee oder Soja) nicht zu vergleichen mit der viel problematischeren Wirkung der sogenannten „Xenohormone“. Xenohormone finden sich versteckt in Lösungsmitteln und Klebstoffen, in Plastikprodukten und Plastikwasserflaschen (Phtalate!) sowie in Lacken und auch im normalen Leitungswasser. Diese Östrogenverbindungen können durch Haut, Nahrung und Atmung leicht aufgenommen werden. Schon in winzigsten Spuren sind sie hormonell wirksam. Wenn Sie die hormonell stimulierende Wirkung von Körperölen vermeiden möchten, sind Sie mit Jojoba- oder Sonnenblumenöl gut beraten. Es lohnt sich immer, einen Blick auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika und Körperpflegeprodukten zu werfen. Die kostenfreie „ToxFox-App“ des BUND hilft Ihnen dabei, dass Kosmetikprodukte mit hormonell wirksamen Schadstoffen nicht mehr im Einkaufskorb landen (Infos unter www.bund.net/toxfox).