Patienten fragen

Ich habe Hautkrebs und soll eine Interferontherapie durchführen. Nun wurde mir von anderer Seite eine Tumorimpfung empfohlen. Was halten Sie davon?

Um der Bildung von Metastasen vorzubeugen, wird oftmals eine vorbeugende (adjuvante) Behandlung mit Zytokinen durchgeführt, meistens mit Interferon alpha. Ein Überlebensvorteil durch die Zytokintherapie konnte trotz unzähliger Studien nicht nachgewiesen werden. Lediglich bei sehr dicken, ulzerierten Primärtumoren und Mikrolymphknotenmetastasen kann ein geringer Überlebensvorteil erreicht werden. Dieser Effekt muss aber durch zum Teil sehr starke Nebenwirkungen erkauft werden. Forscher deuten immer mehr an, dass eine Alternative zur Therapie mit Interferon alpha in Zukunft die Tumorimpfung sein könnte. Auf diese Therapie sprechen Krebspatienten sehr oft deutlich besser an als auf eine Chemotherapie, in Einzelfällen können sogar Metastasen zum Verschwinden gebracht werden. Die Impfung wird mit Zellen aus dem Krebsgewebe des Patienten durchgeführt. Dieses wird ihm zuvor bei der Operation oder durch gesonderte Eingriffe entnommen. Die Tumorimpfung soll vor allem das Auftreten von Metastasen oder Rückfällen verhindern oder verzögern (Rezidiv-Prophylaxe nach der Operation). In klinischen Studien wird die Impfung meistens erst eingesetzt, wenn die Chemo-Immuntherapie fehlgeschlagen ist. Sehr wahrscheinlich ist, dass die Impfung oder andere Immuntherapien wirksamer sind, wenn vorher keine Chemotherapie erfolgte. Außerhalb von Studien und auf Wunsch des Patienten kann der Impfstoff von speziellen Labors hergestellt werden (siehe GfBK-Info Tumorimpfung). Einziger Wermutstropfen: Von den meisten Kassen werden die hohen Kosten nicht übernommen. Interessierte Patienten können sich an die Universitätshautklinik in Erlangen wenden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 09131 85 45833. In Erlangen werden vor allem Patienten mit Metastasen behandelt. Da Melanome zu den Tumorarten gehören, die gut auf Immuntherapien ansprechen, eignen sich zur allgemeinen Aktivierung des Abwehrsystems auch Mistel- oder Thymuspräparate. Mistel steigert die Produktion von körpereigenen Zytokinen, ähnlich denen, die in der adjuvanten Therapie verwendet werden. Erfahrungsberichte zeigen, dass sich dadurch vor allem in den Stadien I und II die Bildung von Metastasen verhindern oder verzögern lässt. Meistens werden diese Immuntherapien über mehrere Jahre durchgeführt, um anhaltende Effekte zu erreichen. Auch Vitamine und Spurenelemente helfen, das Abwehrsystem zu stärken. Erstaunlich sind im Zusammenhang die Ergebnisse einer Untersuchung an 872 Hautkrebspatienten: Bei höheren Vitamin-D-Werten hatten sie dünnere Tumore, ein geringeres Rückfallrisiko und ein verbessertes Gesamtüberleben (Newton et al. / J Clin Oncol 2009). Neben einer Therapie mit Mistel, Thymus etc. kann daher die Gabe von hoch dosierten Vitaminen, v. a. Vitamin D und Selen, sinnvoll sein.