Forschung / Studien

Eine spanische Forschergruppe (Navarro-Peran / Cancer Res., 2005) hat eine Begründung für die vielfach beobachtete prophylaktische Wirksamkeit bei Krebserkrankungen geliefert: Der in grünem Tee hoch konzentrierte Polyphenol, das Epigallocatechingallat (EGCG) fördert unter anderem die Apotose von Karzinomzellen. Dies mag auch erklären, warum frühere Studien zeigten, dass grüner Tee das Risiko für verschiedene Krebsarten verringern kann.
In einer aktuellen Meta-Analyse konnte auch gezeigt werden (Can-Lan / Carcinogenesis, 2005), dass bei einem hohen Konsum von grünem Tee, das heißt von mindestens fünf Tassen täglich, sich das Risiko für Brustkrebs um 22 Prozent verringerte. Dies mag neben regelmäßigem Sojaverzehr auch eine Ursache dafür sein, dass bei europäischen Frauen Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung ist, während Brustkrebs in asiatischen Ländern eher selten vorkommt.

GfBK-Kommentar: Bemerkenswert an der Metaanalyse von Can-Lan ist insbesondere, dass für schwarzen Tee keine Risikosenkung festgestellt werden konnte. Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass grüner Tee etwa 30 bis 40 Prozent Polyphenole enthält, während der fermentierte schwarze Tee nur noch 3 bis 10 Prozent dieser wichtigen sekundären Pflanzenstoffe enthält.
Allerdings dürften hierzulande nur wenige Menschen die Menge von täglich fünf Tassen grünem Tee trinken. Ob eine Nahrungsergänzung mit Extrakten aus grünem Tee eine Alternative darstellt, kann derzeit mangels ausreichender Studienlage nicht eindeutig beantwortet werden. Wichtig bei der Auswahl des Tees ist insbesondere, dass Rückstandskontrollen auf Pestizide erfolgen und dass der grüne Tee nicht mit Milch getrunken wird, da sonst eine Wirkungsabschwächung erfolgt.