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Mein Weg mit Krebs

Berichte von anderen Patient:innen machen Mut,
den eigenen Weg zu suchen und zu finden.

Die Geschichten, die wir Ihnen hier vorstellen sind individuelle Einzelfälle.

©iStock, 1326417937, Ridofranz
©iStock, 1326417937, Ridofranz

Betroffene berichten über ihren persönlichen Heilungsweg

Jeder der hier vorgestellten Patient:innen hat einen für sich stimmigen und richtigen Weg gefunden, mit ihrer Erkrankung umzugehen. Die Heilungswege beruhen auf individuellen Voraussetzungen und sind nicht übertragbar. Unsere Patient:innen wollen Ihnen Mut machen, den eigenen Weg zu finden. Die vorgestellten Heilungswege machen klar, dass viele unterschiedliche Ansätze zur Heilung führen können.

Möchten auch Sie anderen Patient:innen mit Ihrem Bericht Mut machen, mailen Sie uns unbedingt Ihre Geschichte. Senden Sie Ihre Mail an Julia Malcherek: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. Vor der Veröffentlichung nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf.

Ulli Kappler

I did it my way - ein Weg, der Mut macht

„Das sieht nicht gut aus”, sagte der Gynäkologe kopfschüttelnd und legte sein Ultraschallgerät, mit dem er meine Brust untersucht hatte, zur Seite.
Mit diesem schnörkellosen Satz werden viele von uns zu Beginn ihrer Brustkrebserkrankung konfrontiert. „…sieht nicht gut aus” hört sich leider nicht gut an - aber es ist vergleichsweise harmlos und freundlich, gemessen an dem, was uns in naher Zukunft an Mitteilungen erwartet.

Traudel Beickler

Eine Begegnung der besonderen Art

Als ich am Morgen des 5. Mai 2007 erwachte, lag ich in einer Blutlache. Ich rief sofort meinen Gynäkologen an und zwei Stunden später saß ich in seiner Praxis. Die Ultraschalldiagnostik ergab, dass ein Myom in der Gebärmutter abgeblutet war. Mir stand eine Ausschabung bevor. Zu Hause regelte ich alles Notwendige mit meinem Mann, den drei Kindern und meinen Eltern und fand mich vier Tage später im Krankenhaus in Heidelberg ein. Mein Arzt, der von einem kurzen Routineeingriff sprach, ließ mich keine weiteren Gedanken verschwenden.

Beatrix Rose

Guten Morgen, liebes Leben!

Meine Geschichte beginnt da, wo alles für mich anfängt: Beim Essen. Ich habe nicht Bio, sondern billig eingekauft. Immer mehr Gift und Hormone in meinen starken, guten Körper hineingepumpt. Der Organismus kann zwar viel verkraften, wenn er gesund und stark ist, aber alles hat seine Grenzen. Und dann war da auch noch die Raucherei: 40 Zigaretten am Tag. Auch das war Gift für meinen Leib. Mein normaler Tagesablauf sah so aus: morgens aufstehen, vier Espresso trinken, ab an den PC, bis zum Mittag arbeiten, schnell was aus der Tiefkühltruhe auftauen, weiterarbeiten, in Hetze zu meinem Pferd, zurück, weiterarbeiten bis abends um sieben.

Karin Schacher

Es ist immer das Fällige, was uns zufällt

Mir gefällt dieses Zitat von Max Frisch, da ich rückblickend auf mein bisheriges Leben sagen kann, dass es gerade leidvolle Lebensphasen braucht, um gestärkt und mutig andere Erkenntnisse gewinnen zu können und neue Wege gehen zu dürfen. Aus diesem Grund fallen uns Ereignisse zu, um uns das Fällige augenfällig zu machen.

Jürgen Trumpler

Der Mensch behandelt, aber Gott heilt

Im April 2010 war Blut in meinem Urin zu sehen. Mein Urologe vermutete zunächst einen Harnwegsinfekt und verordnete ein Antibiotikum. Ich vertraute ihm, in seiner Praxis war ich vorher viele Jahre lang regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gewesen. Als keine Besserung eintrat, wurde ich im Rahmen einer Blasenspiegelung genauer untersucht. Danach riet mir der Arzt zu einer Ausschabung der Blase. Eine zweite Blasenspiegelung bei einem anderen Urologen ergab den gleichen Befund. Allerdings wurde mir dort geraten, den Eingriff unter Blaulicht durchführen zu lassen. So sei gegebenenfalls ein Tumor besser erkennbar.

Inge Arnold-Pilz

Mein Weg ist ein Weg zur Selbsthilfe

Schon lange war mir klar, dass mein Leben nicht so weitergehen konnte. Zwei Jahre wollte ich noch durchhalten, wollte ich unsere Familie noch zusammenhalten. Dann hätte auch unser jüngster Sohn sein Abitur. Der Ältere studierte bereits und wohnte noch zu Hause. Dies war meine Lebenssituation im Jahr 2006. Doch es sollte anders kommen. Als mir der Arzt sagte, dass der Knoten in meiner Brust bösartig sei, war ich skeptisch: „Muss man das denn unbedingt operieren? Woher wissen Sie, dass es sich wirklich um einen bösartigen Tumor handelt?” Der Mann im weißen Kittel schien sich fast gekränkt zu fühlen ob meiner Zweifel.

Gisela Söfftge

Vor vielen Jahren...

Ende 1984 suchte ich wegen unklarer Bauchschmerzen meinen Frauenarzt auf. Meine Diagnose lautete Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium. „Unmöglich“, dachte ich, „der Arzt meint bestimmt eine andere Patientin“. Ich konnte es einfach nicht glauben, da ich regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gegangen war. Doch schon hatte ich die Einweisung ins Krankenhaus in der Hand.

Iris Kamann

Trotz Widerständen - ich gehe meinen Weg

Heute bin ich gesund. Hier einige wichtige Stationen meiner Kranken- und Heilungsgeschichte. Im September 1998 trat der schwarze Hautkrebs auf. Ich war 34 Jahre jung. Die Stelle, die ich an meinem rechten Fußgelenk bemerkte, beunruhigte mich zuerst gar nicht. Es sah aus wie ein Blutschwamm, klein und rot, rechts unter dem Außenknöchel. Kein Gedanke an Krebs. Krebs, ich habe lange gebraucht, bis ich dieses Wort in meinen Mund nehmen konnte.

Ellen Volkhardt

Was mich trägt und stärkt: Aus Krebs wird Liebe

Was ist Wandlung? Eine Form scheint auf, die andere verschwindet. Kann man sagen, dass der Schmetterling eine Raupe war? Eine Substanz in der Raupe nimmt die Form des Schmetterlings an. (Swami Prajnanpad)

Die Krebsdiagnose 2008 hat mich aus meinem sicheren Alltag geschleudert. Heute, im Jahr 2011 würde ich sagen, dass ich mich auf eine Reise ins Leben begeben habe.

Bert Heuper

Aus drei Monaten wurden über neunzehn Jahre

Die Chancen stehen 80:20 allerdings gegen Sie!
So eröffnete mir der Urologe nach einer eingehenden Untersuchung meine Krebsdiagnose. Es wurde erst einmal dunkel um mich, ein großes Loch tat sich im Boden auf, ich hörte nichts mehr und hatte das Gefühl, unter einer Glasglocke zu sitzen. Nach der kurzfristig angesetzten Operation stand fest: Hodentumor, bösartig, fortgeschrittenes Stadium.

Dagmar Goldau

Von Herz zu Herz

Gemeinsam mit meinem Mann und meinen drei Kindern bin ich vor 17 Jahren aus einem Kölner Vorort in die Eifel gezogen. Diese Gegend ist mir besonders ans Herz gewachsen, weil ich dort öfter die Ferien bei meinen Großeltern verbracht hatte. Dazwischen lebten wir ein Jahr in Kanada. Wir wollten für immer dort bleiben - aber es kam anders. Mein Heimweh war fast unerträglich. Dazu kam eine starke Existenzangst, da mein Mann berufliche Startschwierigkeiten hatte.

Liesel Polinski

Hauptsache gesund!?

 Im Schwimmbad unter der Dusche morgens um sieben. Eine Dame beglückwünscht eine andere zum 75. Geburtstag: „Ich gratuliere Ihnen herzlich und wünsche Ihnen vor allem Gesundheit. Sie sind doch gesund, oder?” „Ja!” „Gesundheit ist doch das Allerwichtigste!”. Solche Sprüche hört man häufig, wenn man nicht mehr die Jüngste ist. Aber ist Gesundheit wirklich die Hauptsache im Leben?

Martin Freudenstein

Niemals aufgeben!

Vor mehr als 13 Jahren erlitt ich plötzlich einen schweren epileptischen Anfall während der Arbeit. Ich wurde in die Universitätsklinik nach Mannheim gebracht. Dort stellte man einen Hirntumor bei mir fest. Fünf Wochen später wurde ich zum ersten Mal operiert. Ich konnte damals nicht mehr sprechen und auch meinen rechten Arm nicht bewegen. Nach fast 10 Wochen Reha und Anschlussheilbehandlung war meine Sprache weitgehend wiederhergestellt. Fünf Jahre hatte ich Ruhe …

Brigitte Dinner

Wie meine Krise zur Chance wurde

Es war im Sommer 2007. Nach 42 Jahren engagierter Arbeit als Lehrerin an der Grundschule stand meine Pensionierung bevor. Auch wenn ich meinen Beruf und die Kinder über alles geliebt hatte, sollte ich nun endlich viel Zeit haben, mich auszuruhen und meinen kommenden Lebensabschnitt mit vielen neuen Möglichkeiten zu füllen. Es kam ganz anders. Am Tag meiner Pensionierung rief mittags der Arzt an: Diagnose Brustkrebs; ein Tumor in der linken Brust mit Lymphknotenbefall in der Achselhöhle.

Sabine Hötzel

Auf dem Weg der Heilung

1995 erkrankte ich im Alter von 33 Jahren an Gebärmutterkrebs. Es wurde umfangreich operiert und anschließend bestrahlt. Da saß ich dann und hatte keine Ahnung, was das alles eigentlich sollte. So freute ich mich, alles gut überstanden zu haben, lernte während einer Reha, wie wunderbar es sein kann, wenn man Zeit für sich hat und gab nach gefühlten 1000 Versuchen endlich die Zigaretten auf. Aber es dauerte nicht lange und der Alltagstrott nahm mich wieder in Beschlag.

Annette Rexrodt von Fircks

Gemeinsam gesund werden

 Annette Rexrodt von Fircks erhielt 1998 die Diagnose Brustkrebs. Sie war damals 35, stand mitten im Leben und hatte viele Pläne. Ihre Kinder waren drei, fünf und sieben Jahre alt. Aus schmerzhafter Erfahrung kennt sie die Herausforderung, in der eigenen existenziellen Krise das Wohl der Kleinen im Auge zu behalten. Mit ihrer Stiftung hilft sie Familien, die Ähnliches durchleben müssen.

Andrea Sixt

14 Jahre danach

So denkt die GfBK-Botschafterin heute - Interview mit Andrea Sixt

Andrea Sixt erhielt 1995 nach einer Routineuntersuchung die Diagnose Brustkrebs. Sie fand ihren eigenen Weg zwischen Schulmedizin, anthroposophischer Medizin und Homöopathie. Ihre bewegenden Erfahrungen teilt sie heute durch verschiedene Veröffentlichungen und Vorträge mit anderen Betroffenen.

Ruth Pillat

Mein Krebs - mein Lehrmeister

Dienstag, 25. März 1986, die Woche vor Ostern. Schon lange fühle ich mich schlecht, quäle mich schon mit dem dritten Infekt in diesem Jahr. Warum nur habe ich mich im letzten Sommerurlaub nicht erholt? Wir hatten ihn auf sechs Wochen ausgedehnt, doch ich fühle mich genauso zerschlagen wie zuvor. Was ist los? Gut, seit über fünf Jahren habe ich Dauerstress. Als Ärztin bin ich die rechte Hand meines Mannes in seiner Kinderarzt-Praxis. Wenn ich dort nicht bin, bereite ich die Proben und Auftritte mit unseren historischen Instrumenten vor.

Dr. Gabriele Röhn

Der Tanz ins Leben

"Für mich gehören Tumore ins Labor und nun steht mein eigener Name auf dem Befund!", so Dr. Gabriele Röhn, promovierte Biologin, die in Köln in einem onkologischen Labor der Neurochirurgie arbeitet. Arbeitsschwerpunkt Hirntumore. 2001 erwischt es sie selbst. Die Diagnose: Brustkrebs. Ein halbes Jahr lang wiegt sie sich in Sicherheit. Sie tastet einen Knoten in der Brust, ihre Frauenärztin winkt ab: "Nur verhärtetes Bindegewebe, kein Grund zur Sorge".

Mechthild Thöne

Mein Krankheitsweg ist auch mein Heilungsweg - oder Ich lebe HEUTE - heute LEBE ich

"Nein, nicht schon wieder!" Ich bin entsetzt! Zum zweiten Mal taste ich einen Knoten in meiner Brust. Wie gut, das sich damals - Ende 1994 - nicht ahnte, dass noch 11 weitere Operationen folgen sollten!

Hanns-Jörg Fiebrandt

Ich tue nichts gegen meine Krankheit, ich tue etwas für meine Gesundheit

Wozu braucht man eine Prostata? Was ist Prostatakrebs? Wozu eine Vorsorgeuntersuchung? Alles Fragen, die ich bis zum 56. Lebensjahr nur notdürftig beantworten konnte. Es war anno 2001. Ich dachte bei mir: Da soll es so eine Vorsorgeuntersuchung geben für ältere Herren. Bin ich denn schon ein älterer Herr? Eigentlich noch ganz fit – aber hingehen kann man ja mal. Der PSA-Wert lag bei ca. 16!

Relia Wecke

Achtsam nach innen lauschen

Als mich 1991 die Diagnose Brustkrebs traf, konnte ich das nicht glauben. Ich war religiös, meditierte und ernährte mich gesundheitsbewusst, da ich schon immer mit verschiedenen körperlichen Beschwerden zu tun hatte. Nach der OP riet man mir dringend noch zu Chemotherapie und Bestrahlung. Mir war klar, dass es vom schulmedizinischen Standpunkt her keine andere Alternative gab und es fahrlässig wäre, den Rat der Ärzte nicht zu befolgen.

Armin Schütz

Wenn ihr Krebszellen so weiterwachst, werdet auch ihr sterben!

Beruflich stand ich damals, im Januar 1991, unter starkem Stress. Ich bin Elektrotechniker von Beruf und die Arbeit war nicht immer befriedigend. Auch im Privatleben war nicht alles so, wie ich es mir wünschte. Ich war in einer Lebenskrise.

Irmhild Harbach-Dietz

Ich bin sehr dankbar für mein Leben

1994 bekam ich an meinem 46sten Geburtstag einen Anruf von meiner Frauenärztin, in meiner Mammografie gäbe es einen unklaren Befund. Ich sollte sofort ins Krankenhaus gehen und mich operieren lassen. Meine Freundinnen, die gerade zum Feiern kamen, mussten mich erst einmal beruhigen. Zwei Wochen später ging ich zur Untersuchung. Man wollte an drei Stellen Gewebeproben entnehmen, doch ich wollte das nicht. Ich hatte das Gefühl, dass ich Zeit habe, fuhr erst einmal in den Urlaub und ließ mich anschließend beraten.

Britta Wessel

Krebs - vereiteltes kreatives Feuer

Ich komme aus einem sehr autoritären, intellektuellen und leistungsbezogenen Elternhaus, in dem Gefühle wenig zählten. Als pflichtbewusste Tochter meiner Eltern studierte ich Sprachen und Jura, heiratete und baute zusammen mit meinem heutigen Ex-Ehemann eine Anwaltspraxis auf. Als Abiturientin hatte ich mir allerdings gewünscht, Theaterwissenschaften zu studieren. Die Theater- und Tanzaufführungen unserer Laienschauspielgruppe während der Schulzeit begeisterten mich. Diese Begeisterung nahm ich damals noch nicht ernst. Mein Leben bestand aus Studium, später aus dem Aufbau der Praxis und meiner Familie.