Patienten fragen

Mit meiner Brust ist etwas nicht in Ordnung. Die Mammografie hat leider keinen klaren Befund ergeben. Deshalb soll die Brust demnächst punktiert werden. Nun habe ich gehört, dass dabei möglicherweise Tumorzellen gestreut werden könnten. Soll ich die Punktion trotzdem durchführen lassen oder gibt es in meiner Situation noch andere Diagnoseverfahren?

Ihre Frage ist durchaus nachvollziehbar. Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigte, dass Ihre Sorge begründet ist, und zwar vor allem bei der auch hierzulande üblichen Stanzbiopsie mittels einer Hohlnadel. In Schweden gibt es Regionen, in denen sich eine Hohlnadelbiopsie (CNB) und andere Landstriche, in denen sich eine Feinnadelbiopsie (FNB) zur  Diagnostik durchgesetzt hat. Dort konnten anhand der Krankheitsverläufe Vergleiche zwischen den Verfahren angestellt werden. Hierfür wurden zwei Gruppen von 354 Patientinnen 15 Jahre lang nachbeobachtet. 181 der Frauen erhielten eine Feinnadelbiopsie, 203 eine Hohlnadelbiopsie (Sennerstam RB et al. / Cancer 2017).
Die Auswertung  der Verläufe bestätigt die Vermutung: Nach einer Hohlnadelbiopsie treten bei Brustkrebspatientinnen häufiger Fernmetastasen auf als nach einer Feinnadelbiopsie. Der Unterschied machte sich nach etwa 2–5 Jahren erstmals bemerkbar. Außerdem traten in einem Zeitraum von 10–15 Jahren etwas häufiger lokale Metastasen auf.
Schon länger wird angenommen, dass das Tumorgewebe sich durch eine Punktion entzündet und dies in Verbindung mit dem Streuen von Tumorzellen über den Stichkanal eine Fernmetastasierung begünstigen kann. In größeren Studien nachgewiesen ist die Vermutung bisher noch nicht. Die Datenlage ist allerdings widersprüchlich. Bei einer Studie mit  1.525 Patientinnen konnte in der Nachbeobachtungszeit von 9,5 Jahren kein Einfluss auf das Rückfallrisiko oder auf das Auftreten von Metastasen festgestellt werden (Liikanen J et al. / Eur J Surg Oncol 2016). Das liegt vielleicht daran, dass nur bestimmte Tumorzelltypen in der Lage sind, zu überleben und sich im Stichkanal zu implantieren.
Andererseits zeigte eine ältere Studie mit 676 Patientinnen, dass nach einer Nadelbiopsie der Wächterlymphknoten im Folgenden häufiger von Krebs befallen wurde als bei Frauen, deren Tumor chirurgisch per Exzision (Herausschneiden der ganzen Krebsgeschwulst) entfernt worden war. Leider haben die meisten Betroffenen momentan gar keine Alternative zur Stanzbiopsie. Denn einfache Tumorexzisionen werden nicht mehr durchgeführt. Und bei der Feinnadelbiopsie fehlt es an Erfahrungen.
Doch man kann bereits vor und nach der Punktion naturheilkundliche Maßnahmen ergreifen, um einer potenziellen Entzündungsreaktion entgegenzuwirken: Nehmen Sie täglich 400–500 μg Natrium-Selenit 2 Tage vor und nach der Punktion ein. Nach der Punktion unterstützt eine Gabe Arnica C30 (4–5 Globuli) den Heilungsprozess. Eine Woche nach dem Eingriff kann die einmalige Gabe von 4–5 Globuli Staphisagria C200 der körperlichen und seelischen Genesung dienen.