Für 70 Prozent der Krebspatienten ist das persönliche Gespräch mit dem Arzt die wichtigste Informationsquelle, besonders für Patienten über 60 Jahre. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Dr. Senckenbergischen Chronomedizinischen Instituts SCI an der Universität Frankfurt/Main. Knapp die Hälfte der Befragten wendet sich an Selbsthilfegruppen, knapp 30 Prozent suchen das direkte Gespräch in Krebsberatungsstellen. Fast die Hälfte der befragten Angehörigen von Krebspatienten informiert sich im Internet.

Die Forscher hatten 258 Besucher von vier Informationsveranstaltungen befragt, 226 Patienten und 32 Angehörige. Zwei Drittel der befragten Patienten waren über 60 Jahre alt. Die Mehrheit dieser Gruppe (74,4 %) hielt das Internet für unwichtig.

Bei der Wahl der Informationsquelle standen die individuelle und umfassende Information, hohes Expertenwissen, die Möglichkeit, Fragen zu stellen und ein konstanter Ansprechpartner im Vordergrund.

„Das bestätigt unsere Erfahrungen in der Beratung an Krebs erkrankter Menschen”, sagt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK). „Die Patienten suchen eine individuelle Beratung, die sie bei ihrem persönlichen Umgang mit der Krankheit Krebs unterstützt.” Nach Erfahrung der ärztlichen Berater der GfBK brauchen die Patienten ausreichend Raum und Zeit, um ihre Fragen zu stellen. Dies fehle häufig in der Alltagsroutine von Kliniken und onkologischen Praxen.

Quelle: Rudolph I et al. Der Informationsbedarf von Patienten Dtsch. Med. Wochenschr. 2015; 140: e43–e47