Patienten fragen

Ich erkrankte im Alter von 40 Jahren an Brustkrebs. Es erfolgten zwei OP's, mit anschließender Chemotherapie und eine antihormonelle Therapie. Wegen starker Beschwerden im Scheidenbereich (Trockenheit und Juckreiz) empfiehlt mir meine Frauenärztin Zäpfchen, die Östrogene enthalten. Angeblich ist der darin enthaltene Östrogenanteil so niedrig, dass keine Gefahr besteht (mein Tumor war hormonabhängig). Teilen Sie diese Ansicht? Falls "Nein": Welche anderen Therapiemöglichkeiten stehen mir zur Verfügung?

Ob die Verabreichung von östrogenhaltigen Vaginalzäpfchen bei Brustkrebs wirklich unbedenklich ist, kann nicht eindeutig beantwortet werden, da zumindest theoretisch geringe Mengen von Östrogenen durch diese Verabreichungsform in den Organismus gelangen können.
Es gibt jedoch Alternativen: So können Vaginalgels oder -zäpfchen verwendet werden, die Phytohormone enthalten oder auf rein pflanzlicher Basis funktionieren. Auch das Einführen von Vaginal-Zäpfchen mit Vitamin D und Rigelblume hat sich bewährt. Einfach durchführbar und sehr hilfreich kann auch das Einführen von handelsüblichen pflanzlichen Vitamin-E-Kapseln oder das Einbringen eines mit Olivenöl getränkten Tampons in die Scheide sein. Vor allem pflanzliche Öle können für das Eincremen des äußeren Genitale und des Scheideneinganges angewandt werden, so beispielsweise das Damm-Massageöl von Weleda, Mandelöl oder Nachtkerzenöl.
Wir möchten Ihnen empfehlen, eine dieser Maßnahmen mit dem Einführen von Döderlein-Vaginalkapseln und eventuell auch eine Milchsäure-Kur zu kombinieren, um ein normales Gleichgewicht der Scheidenflora wiederherzustellen. Wichtig ist außerdem eine sanfte und natürliche Intimhygiene, abgestimmt auf den physiologischen pH-Wert in der Scheide. Hierzu gibt es spezielle Waschlotionen inzwischen auch in jedem Drogeriemarkt.
Bei sehr starken Beschwerden sollte natürlich auch die Notwendigkeit der antihormonellen Behandlung vor dem Hintergrund der Nebenwirkungen neu überdacht werden.