Patienten fragen

Durch die Chemotherapie sind mir leider die Haare ausgegangen. Leider wachsen Sie nur sehr spärlich nach. Diese belastet mich psychisch sehr. Was kann ich machen, um das Haarwachstum wieder anzuregen?

Die bei einer Chemotherapie eingesetzten Zellgifte („Zytostatika") gelangen über den Blutkreislauf in den gesamten Organismus. Daher machen sich die Nebenwirkungen einer Chemotherapie immer auch „systemisch" bemerkbar, d. h. sie erfassen den ganzen Körper. Eine sehr häufige Nebenwirkung ist dabei die Schädigung der Haarwurzelzellen, was in vielen Fällen zum vorübergehenden totalen Haarausfall führt. Nach Abschluss der Chemotherapie kann die Regeneration der Haarwurzelzellen und damit das "neue" Haarwachstum durch spezielle biologische Therapieverfahren begünstigt und beschleunigt werden. Dazu gehören eine "Ausleitungstherapie" für eine Dauer von ca. 4 Wochen, die Einnahme von „aktiviertem Bockshornklee" (3 x 1 Kapsel über 1 – 2 Monate – erhältlich in Apotheken) bzw. die Einnahme von Mineralstoffpräparaten mit dem Wirkstoff Biotin. Alle genannten Empfehlungen können gleichzeitig oder parallel durchgeführt werden, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen.
Wir möchten allerdings davor warnen, dass zuviel Hoffnung in diese Präparate gesetzt wird, da sich die Haarwurzelzellen nur langsam regenerieren können. Misserfolge bleiben daher nicht aus; und nicht jeder Patient spricht in gleicher Weise auf die oben beschriebenen Maßnahmen an. Daher hilft meist nur: ausprobieren, was individuell hilfreich ist und zunächst ein Wirkprinzip bevorzugen. Bei der Pflege der "neuen" Haare sollte man übrigens darauf achten, diese zukünftig weder künstlich zu färben noch zu tönen. Denn dabei gelangt eine Fülle von Chemikalien über die Haarwurzelzellen in den Organismus, die immunsystem- und gesundheitsbelastend wirken. Aus den gleichen Gründen bitte Naturkosmetik-Shampoos z. B. der Firmen Weleda, Wala oder Tautropfen bevorzugen. Weitere empfehlenswerte Haarpflegeprodukte sind von Thymu-Skin oder Jentschura erhältlich.
Download GfBK-Kurzinfo "Haut-, Haar- und Mundpflege bei Tumorerkrankungen".