Patienten fragen

Zur Aktivierung meines Immunsystems nach Operation eines Ovarial-Carcinoms (Eierstockkrebserkrankung) und daran anschließender Chemotherapie schlägt mein behandelnder Arzt für Naturheilverfahren u. a. eine Thymustherapie vor. Ich habe Bedenken wegen möglicher allergischer Reaktionen. Wie schätzen Sie das Risiko ein?

In der komplementären Therapie bei onkologischen Erkrankungen werden häufig auch Thymuspeptide zur Aktivierung des Abwehrsystems eingesetzt. Durch die bisherigen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften konnte belegt werden, dass Thymuspeptide bei Tumorerkrankten eine Verbesserung der Lebensqualität, eine Verringerung der Infektanfälligkeit und der Rezidivrate sowie eine überlebenszeitverlängerung bewirken. Thymus-Gesamtextrakte werden seit mehr als 30 Jahren in standardisierter pharmazeutischer Qualität hergestellt und in der komplementären Onkologie von erfahrenen Therapeuten mit Erfolg eingesetzt. Daher kann auch in Ihrem Erkrankungsfall in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine Thymustherapie prinzipiell empfohlen werden. Die möglicherweise sehr unterschiedlichen Reaktionen und die unterschiedliche Immunsituation von Patienten machen eine sehr individuelle Therapie mit Thymuspeptiden notwendig.  Die Gefahr von örtlichen allergischen Reaktionen mit Rötungen, Schwellungen und/oder Juckreiz wie auch ähnlichen Symptomen im ganzen Organismus mit möglicher Atemnot und/oder übelkeit ist bei sachgerechter Anwendung der Thymustherapie als allgemein gering anzusehen. Durch eine Vortestung des Thymuspräparates in sehr geringer Dosierung an der Unterarm-Innenseite lässt sich zudem Ihre individuelle Allergiebereitschaft bewerten. Detaillierte Erklärungen zur Thymustherapie enthält eine Informationsschrift der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr über "Thymusextrakte und Peptide" .