Forschung / Studien

Frauen, die zwischen 1970 und 1996 eine Strahlentherapie erhielten, zeigten nach 10 Jahren eine deutliche Erhöhung der kardiovaskulären Erkrankungsrate, wenn die linke Thoraxhälfte bestrahlt worden war (Darby / BMJ 326, 2003). Dies analysierten Epidemiologen am Karolinska-Institut in Stockholm an Daten von 90.000 Brustkrebspatientinnen. Laut einer Schweizer Studie leben Brustkrebspatientinnen mit einem erhöhten Risiko, an diversen Zweittumoren, insbesondere Sarkomen im Bestrahlungsgebiet, zu erkranken (Levi / Ann Oncol 14, 2003).

GfBK-Kommentar: Diese Untersuchungen zeigen, dass eine Bestrahlung auch in Zeiten moderner Bestrahlungstechniken nicht als nebenwirkungsarm zu bezeichnen ist. Die praktische Erfahrung zeigt, dass das Auftreten von Spätfolgen und chronischer Toxizität bisher zu wenig in Aufklärungsgesprächen angesprochen wird. In anbetracht neuer Behandlungsstrategien, insbesondere dem Einsatz von herzschädigenden Anthrazyklinen räumen inzwischen selbst Fachgesellschaften die noch ungeklärten kardiovaskulären Risiken ein.