Forschung / Studien

In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel mit einem erhöhten Risiko für eine zervikovaginale Infektion mit onkogenen HPV-Viren assoziiert ist (Shim J et al. / J Infect Dis 2016). Das bedeutet umgekehrt, dass ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel vor einer zervikovaginalen Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) schützen kann.
Basis für die Datenanalyse war der National Health and Nutrition Examination Survey, anhand dessen der Zusammenhang zwischen 25(OH)Vitamin-D-Serumspiegeln und der Prävalenz von onkogenen HPV-Infektionen berechnet wurde. Bei Frauen im Alter zwischen 20 und 59 Jahren erfolgten eine HPV-DNA-Untersuchung mittels selbstentnommener Zervikovaginalabstriche und eine Befragung hinsichtlich ihres Sexualverhaltens.
Nach Berücksichtigung von Alter, Rasse und Familienstand zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Hochrisiko-HPV-Infektion mit einer Abnahme der 25(OH)D-Serumkonzentration in Intervallen von 10 ng/ml assoziiert war. Außerdem erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion mit den HPV-Typen 16 und 18 bei stark erniedrigten 25(OH)D-Spiegeln von < 12 ng/ml sowie bei erniedrigten Serumspiegeln von 12–19 ng/ml und auch bei unzureichenden Serumspiegeln von 20–29 ng/ml im Vergleich zu Frauen mit ausreichend hohen Serumkonzentrationen, die in dieser Studie mit ≥ 30 ng/ml definiert wurden.

GfBK-Kommentar: In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass Vitamin D nicht nur die Kalziumaufnahme und die Knochenmineralisierung fördert, sondern auch eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Tumorwachstums und der Entstehung von Tumoren spielt. Aus Forschungsergebnissen ist inzwischen auch bekannt, dass erniedrigte Serumspiegel von 25-Hydroxy-Vitamin D mit einer verminderten Immunabwehr korrelieren und dass Vitamin D epitheliale Oberflächen gegenüber dem Eindringen von Bakterien und Viren unspezifisch schützen kann.
Die Beobachtung in dieser Studie, dass erniedrigte Serumspiegel von 25-Hydroxy-Vitamin D mit einem erhöhten Risiko für eine Infektion mit onkogenen humanen Papillomviren einhergehen, deckt sich mit Erfahrungen aus der Praxis, die das Risiko verhindern helfen. So haben einige Therapeuten bei Zervizitis oder leichter Zervixdysplasie (CIN I) gute Erfahrungen mit der lokalen Anwendung von Vitamin-D als Zäpfchen gemacht (Schulte-Übbing C et al. / Dermato-Endocrinology 2014).