Forschung / Studien

Song S, Yu J, Ruan Y, Liu X, Xiu L, Yue X. Ameliorative effects of Tai Chi on cancer-related fatigue: a meta-analysis of randomized controlled trials. Support Care Cancer 2018; 26(7): 2091-2102. doi:10.1007/s00520-018-4136-y

Tai-Chi hat laut einer Metaanalyse eine gute Wirkung gegen krebsbedingte Fatigue bei soliden Tumoren. In die Metaanalyse eingeschlossen wurden 6 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 373 Patienten, in denen der Effekt von regelmäßigem Tai-Chi auf das krebsbedingte Fatigue-Syndrom im Vergleich zu einer Standardbehandlung vor und nach den Interventionen überprüft wurde.
Eine Analyse der Subgruppen ergab, dass vor allem Brust- und Lungenkrebspatienten von Tai-Chi-Übungen profitierten. Eine längere Interventionszeit (8-12 Wochen) kam den Patienten dabei mehr zugute als eine kürzere Zeit.
Aussagen über die Langzeitwirkung konnten anhand dieser Metaanalyse nicht getroffen werden. Außerdem waren die Standardtherapien in den einzelnen Studien eher uneinheitlich (körperliche und psychologische Interventionen), so dass ein Vergleich zwischen den Gruppen schwierig war.

GfBK-Kommentar: Das krebsbedingte Fatigue-Syndrom hat für die betroffenen Patienten eine besondere Bedeutung, da es sehr stark die Lebensqualität beeinträchtigt und oft nur unbefriedigend behandelt werden kann. Insofern ist diese Metaanalyse wichtig, da sie gezeigt hat, dass mittels einfacher Maßnahmen, wie z.B. einer meditativen Form der Bewegung, die Fatigue besser durch als andere Verfahren gelindert werden kann.
Denn auch bisherige komplementäre medikamentöse Therapien (Misteltherapie, Mikronährstoffe) zeigen zwar eine gewisse Wirkung, haben aber bei Fatigue im Vergleich zu sportlichen Aktivitäten und psychologischer Unterstützung noch keinen Durchbruch erzielt.
Zusammenfassend scheint es am besten zu sein, beim Fatigue-Syndrom mit seinen vielfältigen Beschwerden ein multimodales Vorgehen anzuwenden. Das Forschungsinstitut Havelhöhe hat hierfür ein Behandlungskonzept entwickelt, das aus Psycho-, Schlafedukation und -restriktion sowie einer individuellen Schlafberatung, Eurythmie- und Maltherapie-Interventionen über 10 Wochen besteht. Dabei war der Effekt des multimodalen Vorgehens besser als bei einem alleinigen trainergeleiteten Ausdauertraining [4].

Literatur
[4] Kröz M, Reif M, Glinz A et al. Impact of a combined multimodal-aerobic and multimodal intervention compared to standard aerobic treatment in breast cancer survivors with chronic cancer-related fatigue – results of a threearmed pragmatic trial in a comprehensive cohort design. BMC Cancer 2017; 17: 166