Forschung / Studien

Mehrere Untersuchungen haben darauf hingewiesen, dass grüner Tee die Chemotherapie unterstützen und die Nebenwirkungen abmildern kann. Die Experimente amerikanischer Forscher (Schönthal / Blood 2009) deuten jedoch auf eine gegenteilige Wirkung hin.

Der Hauptwirkstoff von grünem Tee, EGCG, untergräbt, so die Ergebnisse der Grundlagenforschung, einen Schutzmechanismus von Tumorzellen, der sie vor einer Apoptose, also der vom Körper befohlenen Selbstzerstörung, schützt. EGCG sollte deshalb die Wirkung einer Chemotherapie verstärken, besonders wenn durch Medikamente eine Apoptose der Tumorzellen induziert wird. Zu diesen Medikamenten gehört Bortezomib, das zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassen ist.

Dies veranlasste die Forscher von der Keck School of Medicine in Los Angeles dazu, die gleichzeitige Wirkung von Bortezomib und EGCG zu untersuchen. Erstaunlicherweise gingen die antikarzinogenen Effekte von Bortezomib sowohl in-vitro als auch im Tierversuch mit der Maus verloren, wenn EGCG dazugegeben wurde. Die Forscher beobachteten dabei, dass EGCG an den Borsäure-Rest von Bortezomib bindet, was für die Beeinträchtigung der Wirksamkeit verantwortlich gemacht wird. Denn andere Proteasom-Inhibitoren, die keinen Borsäure-Rest haben, wurden in ihrer Wirkung nicht durch EGCG beeinträchtigt.

GfBK-Kommentar: Ob die Wirkung von Bortezomib auch beim Menschen durch das Trinken von grünem Tee beeinträchtigt wird, lässt sich aus den Experimenten nicht eindeutig ablesen. Sicherheitshalber möchten wir jedoch Patienten, die mit Bortezomib behandelt werden, davon abraten, übermäßige Mengen an grünem Tee zu trinken und hochdosierte  EGCG-Produkte einzunehmen.