Forschung / Studien

In einem Tierversuch konnte die in der klinischen Anwendung bekannte antitumorale Wirkung von proteolytischen Enzymen bestätigt werden. Hierzu wurden Sarkomzellen mit Bromelain inkubiert und BALB/c-Mäusen eingeimpft (Beuth / In vivo 19, 2005). Hierbei bewirkte die Behandlung mit Bromelain eine signifikante Reduktion von Tumorgewicht (nach s.c. Inokulation) und Lungenmetastasen (nach i.v. Inokulation). Wurden die Sarkomzellen vorher nicht mit Bromelain behandelt und den Versuchstieren Bromelain systemisch verabreicht, dann konnte das lokale Tumorwachstum signifikant sowie das Auftreten von Lungenmetastasen nicht-signifikant ebenfalls deutlich reduziert werden.

GfBK-Kommentar: Die systemische Therapie mit proteolytischen Enzymen hat sich schon seit langem in der komplementären Therapie von Krebserkrankungen bewährt. Sie ist indiziert als Begleittherapie bei chirurgischen, strahlen- und chemotherapeutischen Maßnahmen; als Langzeittherapie zur Metastasenprophylaxe; als Palliativbehandlung und bei malignen Höhlenergüssen. Die Metastasenhemmung erfolgt wahrscheinlich über Hemmung von Adhäsionsmolekülen und Freilegung antigener Strukturen von Tumorzellen. In klinischen Studien konnten außerdem folgende Effekte am Patienten evaluiert werden: Die Verträglichkeit einer Chemotherapie wird verbessert. Strahleninduzierte Entzündungen und Ödeme klingen rascher ab, Hautreaktionen sind geringer. Lymphödeme nach Brustkrebsbehandlungen lassen sich durch Enzyme in Kombination mit Selen deutlich reduzieren.
Die in dieser Versuchsanordnung gemachte Beobachtung bestätigt die auch in klinischen Studien gezeigte Reduktion der Rezidiv- und Metastasenrate, die durch die frühzeitige, am besten schon praeoperative Anwendung von Enzymen erreicht werden kann. Insofern rechtfertigen die Erfolge, die bislang durch klinische Studien und experimentelle Arbeiten für die Enzymtherapie belegt wurden den Einsatz in einer Reihe von Indikationen - vorwiegend als Ergänzung zu Immunmodulatoren.