Forschung / Studien

Ob eine Chemotherapie mit Cisplatin bei Patienten mit NSCLC anspricht, ist durch eine immunhistochemische Bestimmung vorhersagbar. Eine Rolle bei der Ausbildung einer Cisplatin-Resistenz spielt hierbei vermutlich das Enzym ERCC1, das Schäden, die an der DNA durch Cisplatin entstanden sind, erkennt und entfernt. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher im Rahmen einer internationalen Studie (Olaussen / N Engl J Med 2006), indem an 761 vollständigen Tumorresektaten die Expression von ERCC1 bestimmt wurde. Hierbei zeigte sich bei 335 der resezierten Tumoren eine starke Expression von ERCC1, wohingegen bei 426 Resektaten das Enzym nicht nachweisbar war. Das Ergebnis: Nur Patienten mit ERCC1-negativen Tumoren profitierten von der Ciplatin-haltigen Chemotherapie. Ohne adjuvante Chemotherapie zeigte sich hingegen ein signifikanter Überlebensvorteil für Patienten mit ERCC1-positiven Tumoren.

GfBK-Kommentar: Diese Untersuchung zeigt, dass bestimmte molekulare Eigenschaften von Tumorzellpopulationen entscheidend für das Ansprechverhalten von Therapien sind und deren Erfolg oder Misserfolg mitbestimmen. Da eine Chemotherapie immer eine erhebliche Belastung für den Patienten darstellt, sind solche Untersuchungen ein wichtiger Hinweis darauf, ob Lungenkrebspatienten überhaupt von einer Chemotherapie profitieren. Dieser Prognoseparameter sollte daher schon im Vorfeld der Therapie im Tumorgewebe von NSCLC-Patienten mitbestimmt werden, um unnötige Nebenwirkungen unter einer vielleicht wirkungslosen Therapie von vornherein zu vermeiden.