Forschung / Studien

Eine aktuelle Untersuchung gibt Hinweise, dass Selen doch vor Prostatakrebs schützen kann und dass dieser Effekt vom gemessenen Selenspiegel abhängt. Dies zeigen die Ergebnisse britischer Forscher, die in einer Metaanalyse zwölf Studien mit insgesamt über 13.000 Teilnehmern ausgewertet haben (Hurst R et al./Am J Clin Nutr 2012; 96: 111-122).
Das Ergebnis: Innerhalb des Bereichs zwischen 60 und 170 ng/ml nahm das Erkrankungsrisiko mit steigenden Selenwerten um bis zu 25 Prozent ab. Das relative Risiko betrug beispielsweise bei 135 ng/ml 0,85 und bei 170 ng/ml 0,75.
Wurden nur die Daten zum fortgeschrittenen Prostatakarzinom in den Fokus genommen, wurde der Zusammenhang noch deutlicher: Hier sank das relative Risiko bei einer Selen-Konzentration von 135 ng/ml auf 0,60 und bei 170 ng/ml um 0,5 gegenüber dem niedrigsten Plasma-Selen-Wert.
In der Metaanalyse von Hurst wurde der Selenspiegel übrigens neben der Bestimmung im Plasma und Serum vor allem anhand der Konzentration des Spurenelementes in den Zehennägeln gemessen, eine bei uns eher unübliche Bestimmung. Der optimale Bereich von 140 bis 170 ng/ml in den Zehennägeln soll dabei etwa 120 bis 150 ng/ml im Plasma entsprechen.

GfBK-Kommentar: Spätestens seit Abbruch der SELECT-Studie ist vielen Therapeuten klar, dass eine Zufuhr nur dann Sinn macht, wenn man diese dem wirklichen Versorgungszustand anpasst. Bei an Krebs Erkrankten gelten Selenspiegel zwischen 130 und 150 ng/ml als optimal. Zu niedrige aber auch zu hohe Selenwerte können langfristig einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben. Am besten ist es daher, wenn vorher der Selenspiegel im Vollblut gemessen wird. Bei Prostatakrebs kann zusätzlich die Bestimmung der Genvariante Superoxiddismutatse SOD-2 wichtig sein, da hier durch eine Selengabe die Aggressivität des Tumors gesteigert wird.
Es muss übrigens nicht immer ein Nahrungsergänzungspräparat sein: In der Nahrung sind Kokosmilch, Kokosflocken, Kokosfett, Sesam und Paranüsse die beste Quelle für Selen.