Ich bekomme eine Chemotherapie und habe ständig Duchfälle. Was kann ich dagegen tun?

Durch die Zytostatika werden auch gesunde Darmzellen geschädigt. Das kann zu Verdauungsstörungen führen. Manchmal wechseln sich Durchfälle und Verstopfungen ab. Auch bei Bestrahlungen des Bauchraums treten häufig anhaltende Durchfälle auf.
Die Behandlung mit LC-Extrakt (Colibiogen) vermindert nachweislich Durchfälle während einer hochdosierten Chemo- oder nach einer Strahlentherapie. Selen in hohen Dosen wird zur Linderung der Nebenwirkungen schon während der Chemo oder Bestrahlung eingenommen. Es vermindert die durch freie Radikale entstehenden Entzündungen der Darmschleimhaut.
Ein Kombinationspräparat aus Myrrhe, Kamille und Kafeekohle (Myrrhinil intest) sowie die innerliche Anwendung von Heilerde oder Zeolithen können ebenfalls Durchfälle lindern. Beide müssen jedoch wegen möglicher Wechselwirkungen im Darm eine Stunde zeltversetzt zu anderen oral zugeführten Medikamenten eingenommen werden.

Auch warme Bauchwickel oder eine Wärmflasche werden meistens als angenehm empfunden. Pfefferminzöl oder "Babybäuchleinöl" sanft lokal einmassiert lindert begleitende Blähungen.

Milchsauer vergorene Lebensmittel beeinflussen das Darmmilieu günstig. Daher hat es sich bewährt, sie schon vor dem Auftreten der Nebenwirkungen vorbeugend zu verzehren. Geeignet sind Sauerkraut, milchsauer eingelegtes Gemüse, Joghurt, Sauermilch, Kefir, fermentiertes Getreide, Kanne-Brottrunk oder Rechtsregulat. Bitte beachten Sie bei allen Ernährungstipps stets die individuelle Verträglichkeit.
Treten dennoch Durchfälle auf, ist es ratsam, nur fettarme Milchprodukte und diese eher sparsam zu verzehren, z. B. Quark, Joghurt, Magerkäse, Buttermilch oder abgekochte Magermilch. Bevorzugen Sie Bananen, Apfelmus oder geriebene Äpfel sowie Heidelbeeren als ungesüßtes Mus oder als getrocknete Beeren. Essen Sie leichte, blähungsfreie, fettarme, ballaststoffarme Gerichte und viele kleine Mahlzeiten. Cremesuppen aus verschiedenen Gemüsen oder gedünstetes Gemüse mit Kartoffeln oder Kartoffelmus werden meistens sehr gut vertragen.
Bitte trinken Sie reichlich, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bevorzugen Sie dabei stilles Wasser, Kamillen-, Fenchel- oder Leinsamentee.
Bei sehr starken Durchfällen ist es ratsam, den Getränken etwas Salz hinzuzufügen. Eher schlecht vertragen werden gebratene und fettreiche Speisen, Vollkornbrot, Nüsse, rohes Gemüse und rohes Obst (außer Äpfeln) sowie starke Gewürze, Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee oder Chips.

Falls die Beschwerden sechs bis acht Wochen nach der Chemotherapie weiterhin bestehen, empfehlen wir eine Diagnostik der Darmflora durch eine mikrobiologische Untersuchung. Je nach Befund kann das gesunde Milieu dann gezielt mit bestimmten Präparaten wieder aufgebaut werden (Mikrobiologische Therapie, Symbioselenkung). Weitere Informationen erhalten Sie auch in unserer GfBK-Info Darmregulation.

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