Die Erkrankung Krebs löst Angst aus. Angst vor dem Tod, aber auch Angst vor dem, was diese Erkrankung an Unwägbarem mit sich bringt.
Auch die Schreckensmeldungen über den Corona-Virus, die einschneidende Maßnahmen in unserem Alltag haben vielfältige Ängste um die eigene Gesundheit, die Gesundheit von Angehörigen, die drohenden wirtschaftlichen oder existenziellen Folgen ausgelöst.
Wir alle leben in Ungewissheit. Ein andauerndes Angstempfinden reduziert die Immunglobuline oder Antikörper im Menschen und macht sie infektanfälliger – dagegen kann eine positive Grundstimmung sie erhöhen.
Deshalb ist es wichtig und hilfreich, sich mit seinen Ängsten auseinanderzusetzen. Angst ist grundsätzlich eine gesunde Reaktion, da sie uns vor Gefahr bewahrt. Indem Ängste reflektiert werden, können wir einen besseren Umgang mit und zu ihnen finden.

  • Machen Sie sich klar, dass jeder Mensch auf eine solche existenzielle Bedrohung mit Angst reagiert.
  • Stellen Sie sich ehrlich der Angst, denn sie ist eine normale seelische Reaktion.
  • Versuchen Sie Ihre Ängste zu konkretisieren. Wovor genau haben Sie Angst? Indem Sie Ihre Ängste benennen und sie beispielsweise aufschreiben, können Sie zwischen ihren persönlichen Ängsten, den Ängsten der familiären Umgebung und den subjektiven Ängsten der behandelnden Ärzte unterscheiden.
  • Aktivität nicht Aktionismus vermindert Angst. Indem Sie sich über Ihre Krankheit informieren, tragen Sie schon viel dazu bei, aktiv Ihrer Angst zu begegnen.
  • Sinnvolle Aktivitäten wie Gespräche, Entspannungsverfahren, Einnahme pflanzlicher Präparate oder Entspannungsübungen, können Sie ebenfalls unterstützen.
  • Holen Sie sich Hilfe. Ehepartner, Freunde und vertraute Menschen möchten Ihnen helfen, wissen aber oft nicht, wie. Formulieren Sie genau Ihre Bedürfnisse, damit die anderen wissen, wie Sie Ihnen helfen können.

Hier haben wir Artikel zum Lesen, Videos, Buchtipps und Podcasts für Sie zusammengestellt, die Ihnen praktische Hilfen zum Umgang mit Ängsten bieten können:

Niemand ist gefeit gegen Angst und Panikattacken. Gerade die Konfrontation mit der Möglichkeit des eigenen Sterbens kann ein Auslöser dafür sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies eine mittelbare Konfrontation ist, wie sie für viele von uns von der Corona-Krise ausgeht, oder ob sie sich gefühlt unmittelbar persönlich darstellen mag wie bei der Eröffnung der Diagnose: Sie haben Krebs.
In diesem kleinen Essay sollen Hilfestellungen gegeben werden, wie man einem akuten tiefen Angsterleben in positiver Weise begegnen kann. Martin Roesch ist Psychoonkologe. Sein Anliegen ist, Patient*innen Zugang zu den tieferen Schichten ihres eigenen Bewusstseins zu ermöglichen.

Noch mehr Informationen zu Corona braucht im Moment eigentlich keiner. Im Gegenteil, auch wenn wir es nicht verharmlosen sollten, die riesige und unverhältnismäßige Medienpräsenz sorgt ausreichend für ein schlimmes Gefühl von Bedrohung. Aber Angst und Panik hilft niemandem weiter oder erschafft etwas Positives. Daher hat sich Dr. Petra Barron, Beratungsärztin der GfBK, überlegt, was sie ihren Mitmenschen am besten im Augenblick mitgeben kann. Sie rät dazu, neben all dem Input für den Kopf, immer wieder ins Herz, ins Vertrauen und in die Leichtigkeit zu kommen. In ihrem Podcast svastha stellt sie eine kurze Meditation zur Verfügung: „Bleib in Deiner Mitte - Pause für das Gefühl von Angst und Bedrohung“.

Dr. Beatrix Teichmann-Wirth, Klinische und Gesundheitspsychologin, führte unter der Leitung von Hannes Hofbauer mit Elisabeth Mayerweck, Roland Karner und Christian Schubert ein sehr inspirierendes und grundlegendes Gespräch zum Thema Angst und Corona. „Corona – Raus aus der Angst“ ist hier zu sehen.
Beatrix Teichmann-Wirths Ideen, wie wir aus der Angst herauskommen können, sind hier nachzulesen. Die Vorschläge lassen sich natürlich bei jeglicher Angst anwenden – auch bei der Angst nach einer Krebsdiagnose, vor einer Behandlungsmaßnahme, vor den Folgen und letztlich vor dem Tod.

Kerstin Flöttmann, Leiterin der GfBK Beratungsstelle Berlin, erklärt, warum Angst wichtig ist und wie Patienten und Patientinnen lernen, mit ihrer Angst, ihren Sorgen und Befürchtungen umzugehen. So können auch diese unangenehmen Emotionen dazu beitragen, einen selbstbestimmten Weg zu gehen und Handlungskompetenz (wieder) zu erlangen. Zum Video-Interview.

Dr. med. Sabine Gapp-Bauß, Ärztin für Naturheilverfahren und Hypnosetherapeutin kam mit Menschen in Kontakt, die seit Jahren vergeblich versucht hatten, aus ihren schweren Angst- und Panikstörungen herauszukommen. Dies inspirierte sie dazu, fundierte ganzheitliche Konzepte für die Selbsthilfe von Betroffenen zu formulieren und ein Buch zu veröffentlichen. Link zum Interview aus momentum 3/2020: Selbsthilfe bei Angststörungen und Panikattacken.

Die mutmachenden Video-Interviews mit ehemaligen Krebspatient*innen finden Sie hier.