Patienten fragen

Ich nehme Magensäureblocker ein und habe Angst vor Nebenwirkungen. Worauf muss ich achten?

Magensäureblocker (Antazida) sollen die Magensäureproduktion verringern. Vor allem während der Chemotherapie werde sie häufig verschrieben, um Sodbrennen oder eine Magenschleimhautentzündung zu behandeln. Allerdings liegt die Ursache dieser Probleme während einer Chemotherapie nicht in einem Zuviel an Magensäure, sondern in der Schädigung der Magenschleimhaut durch die Zytostatika. Wenn dann Magensäure auf eine entzündete Schleimhaut trifft, verstärkt sich das Problem. Die natürliche Säure im Magen ist wichtig für eine gesunde Verdauung. Außerdem schützt sie den Körper vor Krankheitserregern und Keimen. Wird diese Wirkung durch Medikamente beeinträchtigt, welche die Magensäure neutralisieren, kann es zu einer erhöhten Infektanfälligkeit im Magen-Darm-Trakt kommen. Dies wurde 2011 erstmals in einer Studie bestätigt: Patienten, die Magensäureblocker einnahmen, hatten ein höheres Risiko an den Folgen einer Infektion mit dem Krankenhauskeim Clostridium difficile zu sterben. Magensäureblocker können die Aufnah-me von arzneilichen Wirkstoffen im Organismus verringern. Daher dürfen sie grundsätzlich nicht gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen werden. Dies betrifft Antibiotika, die oral verabreicht werden, ebenso wie Eisen, Zink, B-Vitamine, Vitamin A und C. Zwischen der Einnahme eines Säureblockers und anderer Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel braucht es daher einen Abstand von etwa zwei Stunden. Berücksichtigen Sie auch, dass Schmerzmittel, wie z. B. Acetylsalicylsäure oder Diclofenac Sodbrennen verstärken können. Die Nebenwirkungen, die Magensäureblocker in der dauerhaften Anwendung haben, werden oft nicht berücksichtigt. Eine aktuelle Studie kommt sogar zu dem Schluss, dass Magensäureblocker aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer (Omeprazol oder Pantoprazol) das Risiko für Knochenbrüche erhöhen, wenn sie länger als zwei Jahre eingenommen werden. Greifen Sie daher nur im Akutfall zu Antazida. Wir raten bei leichten Fällen von Sodbrennen und Gastritis eher zu naturheilkundlichen Mitteln. Versuchen Sie den Beschwerden ganzheitlich zu begegnen, z. B. durch Ernährungsmaßnahmen, Heilpflanzen (Melisse, Kamille), Heilerde, Homöopathie bzw. eine Säure-Basen-Regulation.