Patienten fragen

Ich bin 76 Jahre alt und habe ein Rektumkarzinom. Den Krebs möchte ich lieber nicht operieren lassen. Gibt es aus Ihrer Sicht sinnvolle Alternativen?

Die sicherste Behandlungsmethode beim Rektumkarzinom ist eine Operation, sieben bis acht Wochen nach Abschluss der neoadjuvanten Radiochemotherapie. Scheinbar eignet sich für einige wenige Patienten ohne Fernmetastasen die „Waitand-watch“-Strategie (ähnlich wie beim Prostatakarzinom). Voraussetzung ist, dass eine neoadjuvante Radiochemotherapie den Tumor komplett zum Verschwinden gebracht hat, sodass keine Zeichen eines Resttumors zu finden sind. Forscher aus Manchester fanden das in einer Studie an 259 Patienten heraus (Renehan AG et al. / Lancet Oncol 2015).
Bei allen anderen Patienten, die den Wunsch nach einer Kontinenzerhaltung ohne einen dauerhaften künstlichen Darmausgang haben, kommt eventuell eine „Gracilis-Plastik“ in Betracht. Mit diesem experimentellen Operationsverfahren arbeiten allerdings nur wenige Krankenhäuser, so z. B. die Universitätskliniken von Brüssel, Bern, Berlin und Hamburg.