Patienten fragen

Ich wurde vor zwei Jahren wegen Brustkrebs an der Brust operiert und nehme seit der Strahlentherapie Tamoxifen. Ich habe erhebliche Nebenwirkungen und möchte wissen, ob man dieses Mittel durch eine biologische Alternative ersetzen oder wenigstens etwas gegen die Nebenwirkungen unternehmen kann?

Grundsätzlich können Brusttumore in ihrem Wachstum durch körpereigene Hormone, vor allem den Östrogenen gefördert werden. Das soll eine Anti-Hormon-Therapie verhindern. Das Prinzip: Die Brustdrüsenzellen tragen auf der Oberfläche Rezeptoren, mit denen sie die von den Eierstöcken produzierten Östrogene einfangen. Um das zu verhindern, werden hormonähnliche Substanzen (z. B. "Tamoxifen") verabreicht, die sich ebenfalls an den Rezeptoren festsetzen und diese blockieren. Die körpereigenen Östrogene können nicht mehr wirksam werden. An Stelle von Tamoxifen gibt es neuerdings so genannte Aromatasehemmer wie "Aromasin", "Letrozol", "Anastrozol" oder "Exemestan". Diese verhindern im Gegensatz zur Rezeptorhemmung durch Tamoxifen die Bildung körpereigener Östrogene. Bei Patientinnen, die Tamoxifen nicht vertragen oder erhöhtem Risikoprofil (Thrombose- oder Embolierisiko), werden inzwischen Aromatasehemmer empfohlen. Allerdings können auch unter der Einnahme von Aromatasehemmern erhebliche Nebenwirkungen häufig in Form von Knochen- und /oder Gelenkschmerzen auftreten, die die Patientin je nach Ausmaß in Ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigen können.Kommt es unter der Behandlung mit Antihormonen zu Wechseljahrsbeschwerden, können biologische Maßnahmen lindernd angewandt werden. So hilft bei leichten Hitzewallungen oder Schweißausbrüchen Salbei als Teeaufguss oder als Präparat. Ähnlich gut wirken eine Akupunkturbehandlung (Walker E/Journal of Clinical Oncology 2009 und Bokmand S/Breast 2012), Entspannungsübungen (Mann E/Lancet 2012) sowie regelmäßige Bewegung. Günstige Effekte hat auch der tägliche Verzehr von Leinsamenschrot (Pruthi S/J Soc Integr Oncol 2007). Nicht zuletzt hilft Kühlung: Mit Minze- oder Salbeihydrolat Gesicht und Nacken besprühen; kalte Unterarmbäder oder basische Kniestrümpfe anwenden.
Bei starken Wechseljahrsbeschwerden sollte eher auf pflanzliche Präparate aus der Traubensilberkerze zurückgegriffen werden. Bei individuellen Bedenken gegen die Einnahme von Traubensilberkerzenextrakt können auch Komplexmittel, die Traubensilberkerze in homöopathischer Dosierung enthalten, eingesetzt werden. Besprechen Sie dies bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.
Grundsätzlich muss man sich bei einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität durch eine antihormonelle Therapie fragen, ob die Nebenwirkungen dann nicht die Wirkung übertreffen. Immerhin ist der Nutzen einer antihormonellen Therapie beschränkt auf Frauen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs (Deutsche Krebsgesellschaft e.V.): So wird durch die 5-jährige Einnahme von Tamoxifen das Rückfallrisiko um 13,4 %, das Sterberisiko um 9 % gesenkt (Möbis V/ In Kreienberg R et al: Management des Mammakarzinoms. Springer 2002; Seite 228). Nicht zuletzt sollte man bei der individuell zu treffenden Entscheidungsfindung auch einen wichtigen Punkt nicht außer Acht lassen: In einer großen Studie senkte moderater Ausdauersport, d.h. wöchentlich drei bis fünf Stunden Laufen oder gleichwertige Übungen, das Risiko an Brustkrebs zu sterben, um 50% (Holmes/JAMA 2005 und Ballard-Banash R/J Natl Cancer Inst 2012). Es gibt derzeitig in der Medizin keine Therapie, die einen solchen Effekt annähernd erreichen könnte.
Unsere Brustkrebsbroschüre mit ausführlichen Informationen zur antihormonellen Therapie können Sie hier downloaden.
Bei Brustkrebs empfehlen wir begleitend zur schulmedizinischen Therapie oder wenn die antihormonelle Therapie schlecht vertragen wird, auch als alleinige Maßnahme z.B. sportliche Aktivität, eine Ernährungsumstellung, eine Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen, abwehrstärkende Maßnahmen mit Mistel und/oder Thymus sowie die Gabe von Enzymen. Durch diese Maßnahmen werden Heilungsprozesse nach einer Brustkrebsoperation ebenfalls sinnvoll gefördert.

Diese Information wurde von der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr erstellt. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende