Patienten fragen

Schon bei der Diagnose "Brustkrebs" stand mein Entschluss fest, mich nur operieren zu lassen. Wegen der Tumorgröße, zweier befallener Lymphknoten und positiver Hormonrezeptoren wurde mir jedoch eine kombinierte Chemo-Strahlen-Therapie und eine über fünf Jahre dauernde Anti-Hormon-Therapie als unbedingt notwendige Nachbehandlung empfohlen. Da ich diese Massnahmen weiterhin ablehne, finde ich mich als Außenseiterin massivem Druck von ärztlicher Seite wie auch aus dem familiären Umfeld ausgesetzt. Wie stehen Sie zu meiner Entscheidung?

Die GfBK respektiert Ihre individuelle Entscheidung und wird Sie, falls gewünscht, gerne beratend begleiten. Aus der Sicht der konventionellen Medizin ist ohne Zweifel eine intensive Nachbehandlung notwendig, wobei Ihre persönliche Einstellung zu Krankheit und Therapie unserer Meinung nach ebenso entscheidende Faktoren für den Krankheitsverlauf sind. Daher gibt es bei Ihrem Erkrankungsfall für Sie persönlich keine zwingende Verpflichtung für die vorgeschlagene aggressive Nachbehandlung, auch wenn Ihnen ein solcher Behandlungsweg nahegelegt wird. Ob aufgrund manchmal fragwürdiger statistischer Aussagen und Wahrscheinlichkeiten Ihre Prognose entscheidend positiv beeinflusst wird, kann leider niemand wirklich versprechen. Natürlich sollten Sie nicht unverantwortlich mit Ihrem Schicksal umgehen und sich Informationen und rationalen Argumenten nicht verschliessen  -  bei gewissen Entscheidungen kann aber die emotionale Komponente wichtiger sein als die rationale. Eine andere Patientin mit einem Befund, der in jeder Hinsicht Ihrem Befund gleicht, könnte sich beispielsweise zu einer Strahlen- und antihormonellen Nachbehandlung entscheiden und würde bei diesem Vorgehen für sich den größten Sinn sehen.