Patienten fragen

Mein Arm ist nach der Brustoperation angeschwollen. Jetzt soll ich auch noch zur Lymphdrainage. Kann das nicht auch mein normaler Masseur machen?

Lymphödeme entstehen, wenn Lymphknoten operativ entfernt bzw. durch Bestrahlungen geschädigt oder zerstört wurden. Der Abfluss der Lymphflüssigkeit kann dadurch behindert oder unterbrochen werden. Die wässrige Lymphe staut sich und schwemmt das Gewebe auf. Auch im Körperinneren können solche Ödeme entstehen, ebenfalls in der operierten Brust. Betroffen ist der Körperteil, dessen Lymphabfluss beeinträchtigt wurde, z.B. bei einer Brustoperation rechts der rechte Arm. Ein Ödem kann sich dann im ganzen Arm entwickeln, oder es ist auf den Unter- oder Oberarm beschränkt.
Ödeme nach Krebstherapien werden anders behandelt als solche, die durch Venen-, Herz- oder Nierenleiden entstehen. Bei Letzteren liegt eine Abflussschwäche vor, bei den Ödemen nach Krebs eine Abflussbehinderung.
Im Vordergrund der Behandlung steht meistens die Lymphdrainage. Das ist eine behutsame Streichmassage. Sie soll nur von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführt werden. Mit sanftem Fingerdruck werden die Lymphbahnen „ausgestrichen”, um die Abflusswege frei zu machen oder neue zu schaffen. Das geschieht meist zweimal pro Woche. Warten Sie bitte nicht mit dem Beginn der Behandlung, sobald Ihr Arzt dafür grünes Licht gegeben hat. Auch wenn sie sehr sanft ist, bildet die Lymphdrainage eine unverzichtbare Grundlage dafür, dass Ihr Arm bestmöglich in seine alte Form zurückfindet. Knetende oder walkende Massagen sind bei Lymphödemen schädlich.
Zusätzlich haben sich verschiedene Medikamente zur Linderung der Lymphödeme bewährt: Proteolytische Enzyme (Karazym, Wobe Mucos, Wobenzym, Bromelain etc.) werden hochdosiert eingesetzt. Zusätzlich empfehlen wir Selen (300–400 μg täglich, z.B. als Selenase oder Cefasel). Lymphdiaral kann lokal angewendet (Salbe) und parallel innerlich eingenommen werden. Als Heilpilz kommt Polyporus (z.B. von www.terra-mundo.de) infrage. Davon nimmt man anfänglich 1 × 2 Kapseln. Nach einer Woche steigert man die Dosis auf 2 × 2 und nach zwei Wochen auf 3 × 2 Kapseln. Lindernd können auch lokale Wickel mit Quark (angenehme Kühle) oder Kanne Brottrunk wirken.