Patienten fragen

Muss ich bei der Einnahme von Tamoxifen auf Wechselwirkungen mit Pflanzenstoffen achten?

Mögliche Wechselwirkungen sind in den letzten Jahren vor allem bei Johanniskraut untersucht worden. Johanniskraut ist an einer Vielzahl von Enzym- und Transportsystemen beteiligt. Dadurch kann es den Abbau anderer Medikamente in der Leber beeinflussen.
Solche Wechselwirkungen betreffen auch andere Präparate. Viele Arzneien, vor allem schulmedizinische sollten nicht parallel zu Tamoxifen eingenommen werden, weil sie seine Umwandlung in die aktive Stoffwechselform Endoxifen in der Leber behindern. Das ist beispielsweise so bei dem Antiarrhythmikum Amiodaron, bei bestimmten Magenmitteln (Cimetidin, Ranitidin), bei manchen Antidepressiva und Neuroleptika (Clomipramin, Imipramin, Clozapin, Haloperidol, Trazodon), bei SSRI-Hemmern (Paroxetin, Fluoxetin, Sertralin), Anti-Pilzmitteln (Miconazol, Ketoconazol) und einem Wirkstoff zum Senken des Blutdrucks (Nicardipin).
Diskutiert wird noch, ob Baldrian und Grüner Tee die Wirkung von Tamoxifen verändern. Eindeutige Belege fehlen bisher. Grüner Tee beeinflusst bestimmte Transportproteine. Vermutlich wird daher mehr Tamoxifen vom Organismus aufgenommen, wenn man Grünen Tee trinkt. Ob dadurch die aktive Stoffwechselform im Körper höher konzentriert ist, hat man leider noch nicht untersucht.
Die Menge der pflanzlichen Wirkstoffe ist unüberschaubar. Daher sind Wechselwirkungen generell noch viel zu wenig erforscht. Nehmen Sie im Zweifelsfall ein pflanzliches Präparat zeitlich versetzt zum Tamoxifen ein. Es ist ratsam, während der Tamoxifen-Therapie auf Johanniskraut, SSRI-Hemmer und die anderen oben genannten Substanzen komplett zu verzichten. Als Alternative zu den oben aufgelisteten Antidepressiva können Venlafaxin, Citalopram oder Escitalopram gegeben werden. Sie beeinträchtigen die Wirkung von Tamoxifen nicht. Falls Sie Antidepressiva nutzen, sprechen Sie bitte unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt. Er muss wissen, dass Sie Tamoxifen einnehmen.