Patienten fragen

Nach meiner Chemotherapie will ich etwas zur Entgiftung tun. Was ist empfehlenswert?

Medizinische Maßnahmen wie Operation, Chemo- und/oder Strahlentherapie belasten den Körper. Daher ist es sinnvoll, spätestens nach Abschluss dieser Therapien die Entgiftungsfunktionen der Organe (Leber, Nieren, Haut, Darm) zu stärken. Die Dauer der Ausleitungstherapie besprechen Sie am besten mit einem ganzheitlichen Therapeuten, der Sie kennt und Ihre Beschwerden einschätzen kann. Meistens werden diese Maßnahmen kurmäßig durchgeführt, z.B. regelmäßig als „Frühjahr- und Herbst-Kur” über jeweils vier bis acht Wochen. Wählen Sie zwei oder drei Maßnahmen aus, die Sie ansprechen und die im Alltag leicht durchzuführen sind.
Zufuhr von Flüssigkeit Wichtigste Basistherapie ist das Trinken von mindestens 2 Liter Flüssigkeit am Tag. Regen Sie die Ausscheidung über die Nieren am besten mit kohlensäurearmen Mineralwässern und Kräutertees an. Teetrinker tun sich Gutes mit „bitteren” Sorten, die im Organismus basisch verstoffwechselt werden. Bei Tees, die sauer verstoffwechselt werden, ist eher Zurückhaltung angezeigt. Dazu gehören: Früchtetees, Malve- und Hagebuttentee. Fertigteemischungen, die organfunktionsstärkend wirken, können intervallmäßig und im Wechsel eingesetzt werden, wie z.B. „Leber-Galle-Tee”, „Nieren-Blasen-Tee”, „Magen-Darm-Tee”. Als Faustregel gilt: jeweils vier Tage mit vier Tassen/Tag. Auch durch sogenannte „Heiltees” kann ein Teil des Flüssigkeitsbedarfs gedeckt werden. Um zu starke Entgiftungsreaktionen zu vermeiden, beginnt man mit maximal 0,2 Liter pro Tag und steigert die Menge allmählich. Hat sich der Körper an diese entgiftende Flüssigkeitszufuhr gewöhnt, können bedenkenlos bis zu 1,5 Liter über den Tag verteilt getrunken werden. Weitere Infos zu Heiltees finden Sie auch in der GfBK-Kurzinfo Heiltees.
Ausleitung Die Mehrzahl naturheilkundlich tätiger Ärzte sieht das Unterstützen der Meridiane Leber, Niere und Milz-Pankreas besonders in der Nachbehandlung als sehr wichtig an. Empfehlenswerte pflanzliche Urtinkturen zur Ausleitung erhalten Sie in der Apotheke, z.B.: Ceres® Geranium robertianum: 1 × 10 Tropfen morgens nach dem Essen. Ceres® Taraxacum comp.: 1 × 10 Tropfen mittags nach dem Essen. Ceres® Solidago comp.: 1 × 10 Tropfen abends nach dem Essen. Das natürliche Vitalöl nach Dr. Fernando bietet eine weitere Möglichkeit, die Entgiftung zu unterstützen. Diese fein abgestimmte Kombination von Chlorophyll, Traubenkernöl, Leinöl, Nachtkerzenöl und Vitamin E kann im Organismus besonders gut verwertet werden.
Unterstützung des Darmes Je nach Beschwerden können auch andere den Organismus stärkende Maßnahmen angewandt werden, so z.B. die Regulation des Säure-Basen-Haushalts und der Darmflora. Der Darm ist für die Gesunderhaltung von großer Bedeutung, da er das größte Immunorgan darstellt und gleichzeitig aufgrund der heutigen Ernährungsweise (zu fett, zu süß) am häufigsten gestört ist. Hier helfen als Basismaßnahmen eine ballast- und bitterstoffreiche Vollwertkost, eine basenüberschüssige Ernährung (4:1), eine verbesserte Esskultur (kauen und schmecken statt schlingen), das Bevorzugen milchsauer vergorener Produkte (Kanne Brottrunk, Rechtsregulat) und eine regelmäßige Basenpräparateinnahme.
Unterstützung der Leber Das Entgiftungsorgan Leber wird durch eine Chemotherapie, Medikamente und durch toxische Abbauprodukte von Tumorzellen stark belastet. Daher raten Naturheilärzte zu einem vorbeugenden Leberschutz mit Mitteln, die der Leber bei der Entgiftung von Schadstoffen helfen und die zu ihrer Regeneration und vollen Funktionsfähigkeit beitragen. Die Entgiftungsfunktion der Leber wird durch Präparate aus der Mariendistel gefördert. Eine andere Möglichkeit ist folgende Mischung aus Frischpflanzentropfen, die Ihr Apotheker für Sie zusammenstellen kann: 20 ml Mariendisteltinktur zur Stärkung der Funktion, 15 ml Löwenzahntinktur zur Stoffwechselanregung, 15 ml Chelidoniumtinktur zur Unterstützung der Gallenbildung, 15 ml Fencheltinktur zur Minderung von Blähungen. Von dieser Mischung nehmen Sie dreimal täglich 15–25 Tropfen in wenig Wasser verdünnt vor dem Essen. Behalten Sie die Mischung kurz im Mund, bevor Sie sie schlucken. Auch der traditionelle Leberwickel, der an vielen naturheilkundlichen Kliniken angewandt wird, kann wertvolle Hilfe leisten. Er regt die Durchblutung an und steigert damit die Entgiftungsleistung der Leber. Die sinnvollste Zeit für einen Leberwickel ist nach dem Mittagessen und vor dem Schlafengehen. Die Behandlung dauert etwa eine Stunde. Tränken Sie einen Waschlappen mit „Kanne Brottrunk” und platzieren Sie ihn auf dem rechten Oberbauch; legen Sie ein trockenes Handtuch darüber und darauf eine Wärmflasche.
Ausleitung über die Haut Verschiedene Möglichkeiten helfen dabei, effektiv auszuleiten: angefangen von Cantharidenpflaster, Schröpfen bis hin zu Basenstrümpfen und Basenbädern.
Ölkauen Das Ölkauen kann bei Krebserkrankungen dazu beitragen, den Organismus nach belastenden Therapien zu entgiften. Zusätzlich hilft es bei Schleimhautproblemen im Mundbereich infolge einer Chemo- oder Strahlentherapie oder bei bestehender Amalgambelastung bzw. während und nach einer Amalgamentfernung. Auch bei Krebs im Bereich des Mund-Rachen-Raumes kann das Ölziehen zu einem verbesserten Milieu beitragen.
Mikronährstoffe Ganz wichtig ist es, für einen optimalen oxidativen Zellschutz mit sogenannten Mikronährstoffen zu sorgen. Hier sollten spätestens sechs Wochen nach Abschluss der schulmedizinischen Therapien eine Bestimmung der Blutspiegel erfolgen (v.a. Selen, Vitamin D).
Entspannung Jeder Mensch ist anders und reagiert individuell auf Therapien. Wenn möglich führen Sie die ausleitenden Maßnahmen im häuslichen Umfeld durch und nicht im anstrengenden Klinikbetrieb. Je entspannter Sie diese Zeit erleben können, desto besser für den Therapieerfolg.