Patienten fragen

Infolge der Chemotherapie sind meine Schleimhäute sehr angegriffen, besonders betroffen ist meine Mundschleimhaut. Haben Sie dazu einen praktischen Tipp für mich?

Schleimhautprobleme im Mund- und Rachenbereich treten recht häufig als Nebenwirkung einer Chemotherapie auf. Erfahrungsgemäß ist es zunächst wichtig, Ihre Ernährung unter die Lupe zu nehmen. Stellen Sie achtsam Speisen und Getränke zusammen, die Ihre Beschwerden nicht noch zusätzlich verstärken. Rohkost oder saures Obst werden eher schlecht vertragen. Auch bei heißen, salzigen oder stark gewürzten Speisen ist Vorsicht angebracht. Am besten, Sie beschränken sich in dieser Phase auf leicht bekömmliche Nahrung, z. B. gedünstetes Obst und Gemüse, fein vermahlene Vollkornprodukte (Dinkel, Hafer), verdünnte und möglichst milchsauer vergorene Säfte, Bio-Geflügel, Tiefseefisch, Kartoffeln als Pell- oder Salzkartoffeln, „bittere“ Kräutertees, kohlensäurearme Mineralwässer.
Wenn Ihre Schleimhäute schon sehr angegriffen sind, können Sie übergangsweise auf sanfte Speisen ausweichen, wie etwa Cremesuppen, Kartoffel- oder Karottenpüree, Hafer, Reis oder Leinsamenschleimsuppen sowie Apfelmus. Reichern Sie Ihre Mahlzeiten mit wertvollen Ölen an, z. B. aus Leinsamen, Oliven oder Walnüssen.

Tägliche Mundspülungen mit Kamille, Salbei, Aloe vera oder speziellen Teemischungen und auch regelmäßiges Ölkauen wirken schon vorbeugend. Ein praktischer Tipp für die Prophylaxe während der Infusion: Lutschen Sie Eiswürfel! Durch die Kälte werden die Schleimhäute schlechter durchblutet und nehmen so weniger Gifte auf.
Auch wenn Ihre Beschwerden schon gravierend sind, lohnt es sich, naturheilkundliche Maßnahmen zu ergreifen: Nutzen Sie die oben beschriebenen Mundspülungen. Das homöopathische Komplexmittel Traumeel dient der Schadensbegrenzung und Regeneration. Zink (z.B. Zinkorot 25mg oder Zinkorotat POS) schützt die Schleimhaut generell. Am besten, Sie kauen die Tabletten. Falls Ihre Speiseröhre und/oder der Magen entzündet sind, können Sie zusätzlich auch Heilerde einnehmen.

Bei manchen Patienten hilft schon einer der genannten Tipps, andere brauchen mehrere Maßnahmen. Finden Sie die Kombination, die für Sie passt. Weitere Hinweise lesen Sie in der GfBK-Broschüre "Nebenwirkungen aggressiver Therapien".