Patienten fragen

Als Brustkrebspatientin interessiert mich die Frage, ob in Kosmetikprodukten mit Mandel- oder Granatapfelöl pflanzliche Hormone in nennenswerten Mengen enthalten sind. Und wenn ja: Welche Öle empfehlen Sie mir als Alternative?

Tatsächlich enthalten Mandeln und Granatäpfel pflanzliche Hormone. Ob sich diese in nennenswerten Konzentrationen auch in Körperölen wiederfinden, können wir Ihnen leider nicht beantworten. Wir schätzen den hormonellen Effekt von Mandel- oder Granatapfelöl als eher gering ein. Alternativ können Sie Jojobaöl, Arganöl oder auch Sonnenblumenöl verwenden.

Überhaupt sind die hormonunterstützenden Effekte bestimmter Pflanzen (z.B. Mandeln, Granatapfel, Hopfen, Rotklee oder Soja) nicht zu vergleichen mit der viel problematischeren Wirkung der künstlichen „Xenohormone“.
Xenohormone finden sich versteckt in Lösungsmitteln und Klebstoffen, in Plastikprodukten und Plastikwasserflaschen sowie in Lacken, im normalen Leitungswasser und vor allem auch in Kosmetika. Diese Östrogenverbindungen können durch Haut, Nahrung und Atmung leicht aufgenommen werden. Schon in winzigsten Spuren sind sie hormonell wirksam.

In Anbetracht der viel problematischeren künstlichen Xenohormone lohnt es sich immer, einen Blick auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika und Körperpflegeprodukten zu werfen. Benutzen Sie zur Produktbewertung die Apps von CodeCheck, Hautschutzengel oder ToxFox oder werfen Sie einen Blick in den Ratgeber Kosmetik der Zeitschrift Öko-Test.
In der Zeitschrift Öko-Test 7-2020 finden Sie außer einem Testbericht zu Körperölen auch den Hinweis, daß Mandelanbau extrem viel Wasser verbraucht und dadurch der Grundwasserspiegel in den Anbauregionen abgesenkt wird. Wahrscheinlich ist das doch ein viel gewichtigerer Grund, warum Sie Mandelöl eher in Maßen verwenden sollten.