Patienten fragen

Ich mache mir Sorgen wegen meines Risikos für Osteoporose. Jetzt habe ich gelesen, dass Vitamin K2 Schutz bietet. Stimmt das?

Die Gruppe der K-Vitamine untergliedert sich in Phyllochinone (Vitamin K1) und Menanchinone (Vitamin K2). K1 kommt vor allem in grünem Gemüse, Fleisch und Milchprodukten vor, K2 in Käse. Studien (Plaza SM, Lamson DW/Altern Med Rev 2005) zeigen, dass Vitamin K2 vom menschlichen Organismus besser aufgenommen wird als Vitamin K1. Beide Vitamine spielen eine wesentliche Rolle dabei, dass Kalzium aus dem Blut in die Knochen gelangt. Vitamin K soll auch die Aktivität der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) hemmen. Bevor Sie Vitamin K2 einnehmen, empfehlen wir Ihnen, den 25-OH-Spiegel im Blut bestimmen zu lassen. Er gibt Aufschluss über die Versorgung des Körpers mit Vitamin D. Wenn hier ein Mangel vorliegt – und das ist sehr wahrscheinlich – nehmen Sie zunächst Vitamin D in ausreichend hoher Dosis ein. Weitere Informationen erhalten Sie auch in der GfBK-Info Vitamin D.

Erst wenn ein 25OH-Vitamin-D-Wert von über 40 ng/ml erreicht ist und die Knochendichte sich dennoch nicht verbessert hat, empfehlen wir, das Vitamin K2 zur Unterstützung Ihrer Knochen näher ins Auge zu fassen.
Vitamin K kann man übrigens nicht nur in Tablettenform zu sich nehmen. In unserer Nahrung ist es insbesondere in Salat enthalten. Sein Effekt für die Stabilität der Knochen ist wissenschaftlich belegt: Der tägliche Verzehr von Salat (eine oder mehrere Portionen) halbierte das Risiko für Knochenbrüche in einer Studie an Frauen gegenüber den Studienteilnehmerinnen, die nur einmal pro Woche oder noch seltener Salat aßen (Feskanich D et al./Am J Clin Nutr 1999). Zur Vorbeugung bzw. unterstützenden Therapie von Osteoporose ist es gut, Nahrungsmittel und Getränke zu meiden, die die Aufnahme von Kalzium behindern. Das sind insbesondere Wurst, Fleisch, Kaffee, Softdrinks, Schokolade, Alkohol und Zucker.
Bei all den Argumenten in der berechtigten Diskussion um die Ernährung(sergänzung) ist es wichtig, auch daran zu denken, dass Bewegung und Sport einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau und Erhalt der Knochenqualität leisten.