Chemotherapie - Chancen, Risiken und Alternativen

Das Wesentliche auf einen Blick
Was ist Chemotherapie?
Wie wirksam ist die Chemotherapie wirklich?
Nebenwirkungen der Chemotherapie
Chemotherapie ja oder nein? - Sie haben die Wahl

Das Wesentliche auf einen Blick

Neben Operation und Strahlentherapie ist die Chemotherapie die dritte Säule der schulmedizinischen Krebstherapie. Dabei wird sie aufgrund ihrer vielen Nebenwirkungen sehr kontrovers diskutiert.

Zytostatika verhindern oder verzögern die Zellteilung. Da sich Krebszellen schneller teilen als gesunde, wirken diese Substanzen stärker auf Tumorzellen. Doch die Unterschiede zwischen gesunden und Krebszellen reichen nicht aus, um die Wirkung dieser Medikamente auf den Tumor zu begrenzen. Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie betreffen besonders sich schnell teilende Zellen:

  • das Knochenmark (Blutbildung, Abwehr)
  • die Schleimhäute und
  • die Haarwurzeln.

chemotherapie nebenwirkungen

 

Leider reagieren Tumorzellen nicht immer wie gewünscht auf die Chemotherapie, weil sie z. B. resistent sind. Darum werden oft verschiedene Medikamente kombiniert. Ein Wirksamkeitstest kann bei der Auswahl der Chemotherapeutika helfen.

Gute Erfolge zeigt die Chemotherapie bei Leukämie, lymphatischen Krebsarten und Hodenkrebs. Eingeschränkt bzw. fraglich ist ihre Wirkung dagegen bei den meisten Organtumoren wie Leberkrebs, Nierenkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs und bei Brustkrebs in fortgeschrittenem Stadium.

Von den meisten Ärzten und Laien wird die lebensverlängernde Wirkung der Chemotherapie für selbstverständlich gehalten. Tatsächlich gibt es jedoch kaum Hinweise, dass Zytostatika – außer bei den obengenannten Krebsarten – nennenswert lebensverlängernd wirken. Außerdem gibt es unter den zahlreichen Studien zur Chemotherapie nur wenige, in denen ein Zugewinn an Lebensqualität nachgewiesen wurde.

Was viele Patienten nicht wissen: Bis zum Beginn der Chemotherapie ist genügend Zeit, um Informationen zu sammeln und eigene Wege im Umgang mit der Erkrankung zu finden. Und sollten Patienten ihre Behandlung nicht gut vertragen, können sie durchaus mit der Therapie pausieren oder sie sogar ganz abbrechen.

Wir empfehlen Krebspatienten grundsätzlich ihre Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie mit einem zweiten Arzt zu besprechen, der sowohl schulmedizinische als auch immunbiologische Therapieverfahren kennt und einschätzen kann.

Auf dem Weg zu Ihrer Entscheidung unterstützt Sie auch gern unser ärztlicher Beratungsdienst unter Tel. 0 62 21 - 13 80 20.

Nutzen Sie lieber früher als später unsere und andere seriöse Beratungs- und Informationsangebote. Einen ersten Überblick über das Thema Chemotherapie vermittelt Ihnen der nachfolgende Beitrag.

Was ist Chemotherapie?

Was sind die Ziele der Chemotherapie?

Bei der Chemotherapie sollen spezielle Medikamente (Zytostatika) die Teilung und Vermehrung von Krebszellen verhindern. Im Idealfall sollen die Medikamente

  • den Tumor verkleinern
  • die Verbreitung von Krebszellen unterbinden
  • das Leben verlängern
  • die Lebensqualität verbessern.

Doch leider werden diese Ziele seltener erreicht als gemeinhin angenommen. Bei vielen Krebsarten profitiert weniger als die Hälfte der Patienten von ihrer Chemotherapie. Widersprüchliche Forschungsergebnisse zu den Erfolgen der Chemotherapie machen deutlich, dass der Einsatz von Zytostatika in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden sollte.

Wie wirken Zytostatika?

Bei der Chemotherapie werden chemische oder pflanzliche Substanzen eingesetzt, die die Zellteilung hemmen.

Diese Zytostatika wirken nicht spezifisch auf Krebszellen, sondern auf alle sich teilenden Zellen, die sie erreichen und die nicht resistent gegen die Medikamente sind. Die Wirkung der Zytostatika fußt darauf, dass sich Krebszellen schneller teilen als gesunde Zellen. Da sich aber auch gesunde Zellen mehr oder weniger stark teilen, sind auch sie von der Wirkung der Zytostatika betroffen. Das gilt besonders für Zellen, die sich ebenfalls schnell teilen wie

  • die Zellen des Knochenmarks, in denen Blutkörperchen und Abwehrzellen gebildet werden
  • der Schleimhäute
  • der Haarwurzeln.

Entsprechend zeigen sich die Nebenwirkungen der Chemotherapie besonders deutlich am Blut, der Abwehr, den Schleimhäuten und den Haaren (Haarausfall).

Wie wird die Chemotherapie eingesetzt?

Eine Chemotherapie – kurz auch einfach Chemo genannt – kann als alleinige Therapie oder unterstützend zu anderen Verfahren eingesetzt werden.

Von einer adjuvanten Chemotherapie spricht man, wenn Zytostatika nach einer Operation verabreicht werden, bei der vermutlich der gesamte Tumor entfernt werden konnte. Mit der adjuvanten Chemotherapie sollen mögliche Metastasen bekämpft werden, die aufgrund ihrer geringen Größe noch nicht entdeckt werden konnten.

Eine additive Chemotherapie wird unterstützend eingesetzt, wenn z. B. das Tumorgewebe bei einer Operation nicht vollständig entfernt werden konnte.

Unter einer neoadjuvanten Chemotherapie versteht man eine Chemo, die vor einer anstehenden Krebsoperation angewendet wird. Sie kann z. B. dazu dienen, einen Tumor so weit zu verkleinern, dass er besser oder auch überhaupt erst operiert werden kann.

Prinzipiell können Zytostatika systemisch oder regional verabreicht werden. Bei der systemischen Gabe gibt der Arzt die Substanzen in der Regel direkt als Infusion in die Vene, von wo aus sie mehr oder weniger den ganzen Körper (systemisch) erreichen.

Ein Beispiel für eine regionale Chemotherapie wäre das Einspritzen von Zytostatika ins Nervenwasser oder in eine Arterie, die das erkrankte Organ versorgt, um das Gehirn oder das Organ gezielter zu erreichen. Bei Hautkrebs und Hautmetastasen können Zytostatika mitunter in Form von Cremes oder Lösungen lokal aufgetragen werden. Besonders sinnvoll ist die regionale Chemotherapie bei lokal begrenzten Tumoren, bei denen sich noch keine Metastasen gebildet haben.

In den meisten Fällen wird die Chemotherapie als Infusion verabreicht. Es gibt aber auch Tabletten.

Nach einer Phase intensiver Chemotherapie wird normalerweise eine Therapiepause eingelegt, bevor die Behandlung fortgesetzt wird. Der Arzt spricht dann von Therapiezyklen.

Wie wirksam ist die Chemotherapie wirklich?

Die meisten Ärzte und Patienten gehen selbstverständlich davon aus, dass eine Chemotherapie lebensverlängernd wirkt. Wissenschaftlich belegt ist die Annahme jedoch für wenige Krebsarten. Gute Erfolge zeigt die Chemo insbesondere bei Leukämie, lymphatischen Krebsarten und Hodenkrebs. Weit schlechter sieht die Bilanz bei den meisten Organtumoren aus.

Nicht jede Verkleinerung eines Tumors – so wünschenswert diese auch erscheinen mag – führt automatisch zu einer Lebensverlängerung. Unter den zahlreichen Studien zur Chemotherapie gibt es nur wenige, in der eine Zunahme an Lebensqualität belegt wurde.

Auf der anderen Seite kamen australische Forscher (Morgan G et al.; Clin Oncol 16; 2004) zu dem Schluss, dass Zytostatika nur bei einer kleinen Untergruppe von Patienten wirken und hauptsächlich bei selteneren Krebsarten Erfolge zeigen. Insbesondere wenn bereits Metastasen vorhanden sind, dürfen Patienten lediglich auf eine geringe Verlängerung ihrer Lebenserwartung durch die Chemotherapie hoffen.

Nach wie vor wird vielen Patienten nach einer Operation routinemäßig eine Chemotherapie verordnet. Wünschenswerter wäre es, wenn Nutzen und Risiko im jeden Einzelfall abgewogen würden.

Unterstützung hierbei finden Ärzte und Patienten dabei auf Seiten wie www.adjuvantonline.com oder www.predict.nhs.uk/predict.html. Mit diesen englischsprachigen Seiten lässt sich für verschiedene Krebsarten der Anteil der Patienten abschätzen, die von einer zusätzlichen Therapie mit Hormonen oder Zytostatika profitieren. Auch wenn die Zahlen nichts über den konkreten Krankheitsverlauf im Einzelfall sagen, sind die Ergebnisse in vielen Fällen ernüchternd. Hier ein Beispiel: Wenn 45-jährige Frauen mit einem ER-positiven G2-Tumor der Brust (Tumor der Stufe 2, dessen Krebszellen Östrogenrezeptoren besitzen) lediglich operiert werden, leben nach 5 Jahren noch knapp 94 % von ihnen, nach 10 Jahren noch 84,3 %. Mit einer zusätzlichen Hormontherapie steigen die Zahlen um 1,6 bzw. 4 %. Von einer zusätzlichen Chemotherapie wäre hingegen keinerlei Lebensverlängerung zu erwarten.

Dass dennoch intensiv für die Chemotherapie geworben wird, dürfte auch finanzielle Gründe haben. Binnen 10 Jahren konnte der weltweite Umsatz verdreifacht werden. Hinzu kommen mag bei vielen Ärzten der Wunsch, ihren Patienten trotz begrenzter Möglichkeiten der schulmedizinischen Krebstherapie noch Alternativen anbieten zu können.

Nicht jede Krebszelle reagiert auf die Chemotherapie

Da Zytostatika über die Hemmung der Zellteilung wirken, sprechen Krebszellen, die sich nicht teilen, auch nicht auf diese Medikamente an. Krebszellen können jedoch in zwei Zuständen vorliegen: im Zellteilungszyklus und im „Schlafmodus” (GO-Zyklus). Die Krebszellen, die sich im GO-Zyklus befinden, bleiben also von der Chemo verschont, können nach der Therapie aus ihrem „Ruhezustand” erwachen, sich erneut teilen und weiter ihr Unwesen treiben.

Immer wieder kommt es vor, dass sich einzelne Krebszellen so verändern, dass die Zytostatika ihnen nichts mehr anhaben können (Resistenzbildung). Ein Effekt, den wir bereits von Antibiotika kennen. Aufgrund des hohen Selektionsdrucks unter der Chemotherapie, vermehren sich diese unempfindlich gewordenen Krebszellen unter der Chemo stärker als sensitive Krebszellen.

Auch Tumorstammzellen widersetzen sich gern der Chemotherapie. Diese unterliegen im Gegensatz zu anderen Zellen meistens nicht dem natürlichen Zelltod (Apoptose). Außerdem sind Tumorstammzellen besonders geschickt darin, Zytostatika und andere Zellgifte schnell zu entsorgen. Doch genau diese Tumorstammzellen sind besonders gefährlich für die Tumorentstehung. Aus Transplantationsversuchen weiß man, dass schon wenige Hundert Tumorstammzellen ausreichen, um ein Tumorwachstum auszulösen (Al-Hajj M et al.; Proc Natl Acad Sci USA 10; 2003).

Chemotherapie belastet das Zellmilieu

Eine wichtige Rolle bei Krebs spielt das Zellmilieu. Chronische Entzündungen sind ein wichtiger Kofaktor bei der Krebsentstehung. Beispielsweise können Stammzellen in entzündetes Magengewebe einwandern und sich im Laufe einer chronischen Entzündung zu Krebszellen umwandeln (Houghton J et al; Science 306; 2004).

Leider trägt eine Behandlung mit Zytostatika wesentlich zur Verschlechterung des Zellmilieus bei. Denkbar erscheint sogar, dass eine durch Chemotherapie ausgelöste Entzündungsreaktion Stammzellen anlockt, die sich dann in chemotherapieresistente Tumorstammzellen umwandeln können (Dittmar T; Deutsches Ärzteblatt 1908; 2011)

Wirksamkeitstest zur Chemotherapie

Nicht jede Krebszelle reagiert auf jede Chemotherapie. Wirksamkeitstests können helfen, die Sensitivität bzw. Resistenzen von Tumorzellen gegenüber verschiedenen Zytostatika schon im Vorfeld einzuschätzen. Damit erleichtern die Wirksamkeitstests die Auswahl der am besten geeigneten Zytostatika im Rahmen einer „maßgeschneiderten Chemotherapie” und können somit dazu beitragen, unnötige Nebenwirkungen zu reduzieren.

Besonders empfehlenswert erscheinen solche Wirksamkeitstests nach derzeitigem Wissensstand in Fällen, in denen

  • es keine Standardtherapie gibt
  • eine Standardtherapie aufgrund des Gesundheitszustandes des Patienten nur bedingt möglich wäre
  • gleichwertige Behandlungsoptionen zur Wahl stehen.

Chemotherapie unterstützen und begleiten

Die Komplementärmedizin bietet viele Möglichkeiten, eine Chemotherapie sinnvoll zu unterstützen und zu begleiten. Hier einige Beispiele:

  • Moderater Ausdauersport – am besten regelmäßig und an der frischen Luft – verbessert die Sauerstoffversorgung und das Zellmilieu. Ein wöchentliches Training von 3–5 Stunden reduziert das Risiko, an verschiedenen Krebsarten zu sterben um bis zu 50 % – ein Wert, den bislang keine Chemotherapie erreicht hat.
  • Curcumin und Omega-3-Fettsäuren können tumorbegünstigende Entzündungsreaktionen lindern.
  • Entsäuernde Maßnahmen verbessern das Zellmilieu und verschlechtern das Milieu für Krebszellen.
  • Das Immunsystem stärkende Maßnahmen (z. B. Mistel, Thymus) können helfen, die abwehrschwächende Wirkung der Chemo (Infektanfälligkeit) zu lindern und unterstützen den Körper im Kampf gegen den Tumor.
  • Gezielt eingesetzte Hyperthermie (Wärmetherapie) kann die Wirkung der Chemotherapie verbessern.
  • Ein Inhaltsstoff von Brokkoli (Sulforaphan) kann Tumorstammzellen für Zytostatika sensibilisieren.
  • Die zusätzliche Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen kann helfen, den erhöhten Bedarf und die verringerte Aufnahme dieser Stoffe während der Chemo auszugleichen. Anders als vielfach behauptet, beeinträchtigen Vitamine in der Regel nicht die Wirkung einer Chemotherapie – können sie im Einzelfall sogar verbessern. Dennoch sollte die Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen stets mit dem Arzt abgestimmt werden.

Bei jeder Krebstherapie gilt: Keine Schneeflocke gleicht der anderen, und das ist auch beim Menschen so! Entsprechend individuell sollte auch jede Krebstherapie zusammengestellt und bei Bedarf angepasst werden.

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Von den Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind besonders die sich rasch teilenden Zellen des Knochenmarks, der Schleimhäute und der Haarwurzeln betroffen.

Entsprechend gehören zu den häufigen Nebenwirkungen einer Chemotherapie

  • gestörte Blutbildung
  • geschwächte Abwehr, erhöhte Infektanfälligkeit
  • Müdigkeit und Erschöpfung (u. a. als Folge der verringerten roten Blutkörperchen)
  • entzündete Schleimhäute (Mund, Darm, Harnwege, Herz usw.)
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall, Verstopfung
  • Haarausfall.

Weitere mögliche Nebenwirkungen von Zytostatika sind chronische Schäden an Organen wie Herz, Lunge und Nieren sowie Nervenstörungen.

Die Stärke der Nebenwirkungen hängt von der verwendeten Substanz, ihrer Dosierung, der Dauer der Chemotherapie und der individuellen Verträglichkeit ab.

Was tun gegen Nebenwirkungen der Chemotherapie?

Es gibt ein paar Dinge, die Ihnen im Umgang mit der Chemotherapie helfen können:

  • Bereiten Sie sich körperlich und psychisch auf die Chemotherapie vor. Eine stabile Ausgangsposition erhöht die Chancen, dass Sie die Chemo besser vertragen.
  • Essen Sie vor der Chemo nichts, was Ihnen besonders gut schmeckt. Sie könnten sonst den Appetit darauf verlieren.
  • Trinken Sie am Tag der Chemo mindestens 2–2,5 l, um die Zytostatika auszuschwemmen.
  • Gegen viele Nebenwirkungen gibt es Hilfe aus der Komplementärmedizin (z. B. Bitterstoffe gegen Appetitlosigkeit, Artischockenfrischpflanzenpresssaft zur Leberentgiftung, Nux vomica als homöopathische Zubereitung gegen Übelkeit und Erbrechen und vieles mehr.

Chemotherapie ja oder nein? – Sie haben die Wahl!

Immer noch wird Patienten viel zu oft automatisch eine Chemotherapie verordnet. Sinnvoller wäre es, individuell zu prüfen, welchen Erfolg man im Einzelfall von einer Chemo erwarten kann. Das hängt z. B. von der Krebsart, aber auch vom Stadium der Krebserkrankung ab. Mögliche Resistenzen der Krebszellen gegenüber den verabreichten Zytostatika sollten ebenso berücksichtigt werden, wie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Auch die persönliche Lebenssituation spielt eine wichtige Rolle. Dabei ist die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Art der Chemotherapie immer im Zusammenhang mit anderen Maßnahmen zu sehen. Beispielsweise kann eine Chemotherapie zur Verkleinerung eines Tumors vor einer Operation durchaus sinnvoll sein.

Nehmen Sie sich Zeit!

Insbesondere nach der frisch gestellten Krebsdiagnose fühlen sich fast alle Patienten überfordert. Die Diagnose Krebs löst einen Schockzustand aus, unter dem es schwer fällt, bewusste und gute Entscheidungen zu fällen. Zugleich sehen sich die meisten Patienten einem deutlichen Druck von Seiten ihres Arztes ausgesetzt. Es soll möglichst rasch mit der Therapie begonnen werden, binnen weniger Tage soll über eine anstehende OP, Chemotherapie usw. entschieden werden.

Machen Sie sich bewusst, dass eine Krebserkrankung in dem meisten Fällen eine längere Entstehungsgeschichte hat. Nur in seltenen Fällen ist eiliges Handeln geboten. Hinzu kommt, dass die Chemotherapie meist erst im Anschluss an eine Operation geplant ist. Bis zum Beginn der Chemo haben Sie genügend Zeit, sich zu informieren und eine Zweitmeinung einzuholen.

So hat eine dänische Studie gezeigt, dass ein früher Beginn der Chemotherapie innerhalb der ersten drei Wochen nach der Operation keinen Überlebensvorteil für Patientinnen mit Brustkrebs bedeutet (Cold S; Brit J Cancer 93; 2005).

Lassen Sie sich also nicht unnötig unter Druck setzen – weder von Ärzten noch von gutmeinenden Angehörigen.

Erst informieren dann entscheiden

Vor einer Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt den möglichen Nutzen gegenüber den zu erwartenden Beeinträchtigungen (insb. Nebenwirkungen) abwägen. Informieren Sie sich über die verschiedenen Therapieoptionen, ihre Vorteile und Nachteile – Chancen und Risiken.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt alles ausführlich erklären. Das baut Ängste ab.

Holen Sie sich eine Zweitmeinung bei einem Arzt ein, der Erfahrung in der schulmedizinischen und komplementärmedizinischen Krebstherapie hat.

Je klarer Ihre Entscheidung, umso besser

Gleich, ob Sie sich für oder gegen eine Chemotherapie entscheiden: Wichtig ist, dass Sie hinter Ihrer Entscheidung stehen. Das erhöht nachweislich Ihre Heilungschancen und kann dazu beitragen, dass Sie die Therapie auch besser vertragen.

Keine Entscheidung auf ewig

Ihre Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie ist nicht unumstößlich. Während jeder Chemo sollten Ihre Blutwerte regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass das blutbildende System und die Abwehr nicht zu sehr unter der Therapie leiden. Wenn Leukozyten unter den Wert von 1000 oder 1500 pro µl sinken (Leukopenie), sollte eine Unterbrechung der Behandlung erwogen werden.

Doch es kommt nicht nur auf Laborwerte an. Wenn Sie im Laufe der Chemotherapie merken, dass die Therapie Ihre Erwartungen nicht erfüllt, Sie diese sehr schlecht vertragen und sich Ihr Befinden zu stark verschlechtert, sollten Sie ebenfalls gemeinsam mit Ihrem Arzt überlegen, was zu tun ist.

Als Patient haben Sie immer Alternativen! Sie können z. B.

  • mit anderen Zytostatika behandelt werden
  • Angebote zur Linderung von Nebenwirkungen – auch aus dem Bereich der Komplementärmedizin prüfen
  • eine Pause einlegen
  • die Chemotherapie abbrechen.

Wir unterstützen Sie gern!

Weitere Informationen können Sie bei uns kostenlos als Broschüre im PDF-Format herunterladen:

GfBK-Broschüre: Nebenwirkungen aggressiver Therapien

GfBK-Info: Wirksamkeitstest für Chemotherapie

GfBK-Kurzinfo: Ernährung bei Chemotherapie

Darüber hinaus ist unser ärztlicher Beratungsdienst bei allen Fragen rund um das Thema Krebs und für individuelle Beratungen für Sie da.
Sie erreichen uns wochentags unter Tel. 0 62 21-13 80 20 (Mo 9–16 Uhr, Fr 9–15 Uhr).

Antihormonelle Therapien

Brusttumore aber auch Prostatatumore können in ihrem Wachstum durch körpereigene Hormone (vor allem Östrogene) gefördert werden. Das kann eine Anti-Hormon-Therapie verhindern.
Das Prinzip bei Brustkrebs: Die Brustdrüsenzellen tragen auf der Oberfläche Rezeptoren, mit denen sie die von den Eierstöcken produzierten Östrogene einfangen. Um das zu verhindern, werden hormonähnliche Substanzen (z. B. „Tamoxifen“) verabreicht, die sich ebenfalls an den Rezeptoren festsetzen und diese blockieren. Die körpereigenen Östrogene können dann nicht mehr wirksam werden. Bei Frauen nach den Wechseljahren wird diese Therapie mit neuen Wirkstoffen, den sogenannten Aromatasehemmern (wie „Aromasin“, „Letrozol“, „Anastrozol“ oder „Exemestan“) im Wechsel mit Tamoxifen eingesetzt. Die Aromatasehemmer verhindern die Bildung körpereigener Östrogene.

Dem geringen Therapieeffekt (9% Reduktion der Brustkrebssterblichkeit und 13,4% des Rückfallrisikos, aus: Möbis V/In Kreienberg R et al: Management des Mammakarzinoms. Springer 2002) sind Nebenwirkungen (klimakterische Beschwerden) und potentielle Risiken insbesondere bei der Gabe von Tamoxifen (Thromboembolien, Endometriumkarzinom, Leberschäden, Augenschäden) entgegenzusetzen, deren langfristige Folgen schwer abzuschätzen sind. Auch bei Aromatasehemmern kann es zu Nebenwirkungen kommen. Bedeutend sind hier das Auftreten von Knochen –und Gelenkschmerzen sowie die Abnahme der Knochendichte.

Außerdem ist nicht eindeutig geklärt, wie das Problem der Gewöhnung und damit Nichtwirksamkeit (sog. Resistenz) einer antihormonellen Therapie einzuschätzen ist. Man weiß aber inzwischen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tumor hormontherapieresistent wird, im Laufe der antihormonellen Behandlung kontinuierlich zunimmt.

Durch Bestimmung eines bestimmten Enzyms, dem CYP2D6, kann man feststellen, ob Tamoxifen in der Leber überhaupt zum aktiven Stoffwechselprodukt umgewandelt und damit wirksam werden kann. Ein Bluttest (AmpliChip® CYP450) kann darüber Auskunft geben und wird in Laboren durchgeführt, die auf humangenetische Analysen spezialisiert sind. Bei nachgewiesener Behandlungs-Resistenz werden die Kosten häufig von den Krankenkassen übernommen.

GfBK-Info: Antihormonelle Therapie

Antikörper-Therapien

Viele neue Therapieformen wie z.B. Antikörper, die bei Tumoren der Lunge, des Darms oder der Brust eingesetzt werden können, haben völlig andere Nebenwirkungen als chemotherapeutisch wirksame Substanzen und sind keineswegs immer als harmlos zu betrachten. So kann es je nach Medikament zu lästigen Hautreaktionen, aber auch zu Herzschädigungen oder Schädigungen des Darms kommen. Herceptin zum Beispiel, das bei einer bestimmten Art von Brustkrebs eingesetzt wird, löst bei jeder 200. Patientin Herzprobleme aus, angefangen mit Herzkreislauf-Reaktionen bis hin zu seltenen Infusionsreaktionen.

Es zeigt sich zunehmend, dass auch bei diesen Therapieformen eine individuelle Abwägung unerlässlich ist. Denn: noch ist unklar, ob sich mit diesen neuen meist teuren Substanzen wirklich eine Verbesserung des Gesamtüberlebens erreichen lässt.

GfBK-Kurzinfo: Herceptin

Bisphosphonate

Bisphosphonate sind Medikamente, die zur Behandlung von Osteoporose und darüber hinaus zur Behandlung von Knochenmetastasen eingesetzt werden. Seit einiger Zeit wird diskutiert, ob die Behandlung mit Bisphosphonaten auch vorbeugend, insbesondere bei Brustkrebspatienten wirksam ist. Nach einer aktuellen Metaanalyse der Early Breast Cancer Trialists' Collaborative Group (EBCTG), veröffentlich im Lancet 2015, konnte das Risiko für Knochenmetastasen um 2,2 Prozent (6,6 gegenüber 8,8 Prozent) und die Brustkrebssterblichkeit um 3,3 Prozent (14,7 gegenüber 18,0 Prozent) reduziert werden. An den Studienergebnissen sieht man, dass der Einfluss marginal ist und vor allem das Verhindern von Knochnemetastasen betrifft. Auf Lokalrezidive hatten Bisphosphonate keinen Einfluss. Außerdem zeigte sich in der aktuellen Metaanalyse: Bei Frauen vor den Wechseljahren waren Bisphosphonate nutzlos. Lediglich bei Frauen nach den Wechseljahren zeigten sich oben genannte Einflüsse auf Knochenmetastasen und Brustkrebssterblicheit.

Allerdings sind Bisphosphonate nicht ohne Nebenwirkungen: So können Knochenschmerzen, Gelenkschmerzen oder Fieber auftreten. In seltenen Fällen (5-10 %) können Bisphosphonate sogar Knochenentzündungen und -defekte im Kieferbereich hervorrufen. Außerdem stehen sie im Verdacht Krebs der Speiseröhre und atypische Knochenbrüche auszulösen. Daher gilt auch hier: die Entscheidung immer individuell abzuwägen bzw. vor Beginn einer Bisphosphonattherapie in jedem Fall eine zahnärztliche Untersuchung und Sanierung durchführen zu lassen.

GfBK-Kurzinfo: Bisphosphonate

Bei den meisten Krebserkrankungen steht die Operation an erster Stelle. Ziel einer Operation ist die Entfernung des Tumors. Obwohl keine Zeit zu verlieren ist, bedeutet die Diagnose Krebs nicht, dass übereilt gehandelt werden müsste. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung und lassen Sie sich nicht unter Druck setzten. Eile ist beispielsweise bei einem drohenden Darmverschluss infolge einer Darmkrebserkrankung geboten. Hier darf selbstverständlich nicht gezögert werden.

Meist aber bleibt ausreichend Zeit, sich umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren. Außerdem ist es wichtig, sich auf die anstehenden Behandlungen einzustellen, indem Sie ausführliche Gespräche mit Ihnen nahe stehenden Menschen führen und sich seelisch auf die bevorstehende Operation einstellen.

Ebenfalls sinnvoll ist es, schon vor Beginn der Behandlung mit unterstützenden Maßnahmen zu beginnen und das körpereigene Abwehrsystem zu stärken. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten der Behandlung, auch über jene, die nach der Operation nötig sind oder gemacht werden sollten. Suchen Sie sich einen Arzt, der bereit ist, Ihre Nachbetreuung zu übernehmen.

Die Operation ist oftmals eine sinnvolle Behandlungsmethode, mit der möglichst viel Tumormasse entfernt wird. Da die Heilungsrate nachweislich vom Operateur abhängt, sollten Sie sich einem erfahrenen Chirurgen in einer größeren Klinik anvertrauen.

Im Zweifelsfall sollten Sie sich eine zweite Fachmeinung einholen, da bei den sich schnell entwickelnden Operationstechniken durchaus ein unterschiedliches Vorgehen in verschiedenen Kliniken möglich ist. Daneben ist es sinnvoll, den Körper schon vor der Operation mit unterstützenden Maßnahmen zu stärken:

  • Nehmen Sie ein homöopathisches Komplexpräparat wie beispielsweise Traumeel® bis etwa eine Woche nach der Operation
  • Gegen Ängste und Besorgnis helfen die Bach-Blüten-Notfalltropfen (Rescue Remedy®)
  • Ebenfalls sinnvoll ist begleitend die Einnahme der Vitamine C und E wie auch der Spurenelemente Zink und Selen.
  • Direkt nach dem operativen Eingriff hat sich die Einnahme homöopathischer Substanzen wie Arnica, Staphisagria oder Nux vomica für ein bis drei Wochen bewährt.

Bei bevorstehender Operation sollte ferner im Vorfeld rechtzeitig die Möglichkeit einer Tumorimpfung und eines möglichen Wirksamkeitstest für eine Chemotherapie ausgelotet werden, da für diese Verfahren das Tumormaterial während der Operation speziell entnommen werden muss.

Daneben kann es durchaus Sinn machen, den Operationstermin genau zu datieren. Studien an Brustkrebspatientinnen haben beispielsweise ergeben, dass ein Operationstermin in der zweiten Zyklusphase der Frau (vom Eisprung zur Menstruation) das Auftreten von Rückfällen vermindert (Veronesi U/Lancet 1994).

Falls möglich, ist es günstiger den Operationstermin in die Phase des abnehmenden Mondes (vom Vollmond zum Neumond) zulegen, da dadurch die Wundheilung begünstigt und die Komplikationsrate gesenkt werden kann.

Im Gegensatz zur Chemotherapie, bei der sich das Medikament im ganzen Körper verteilt, sind Bestrahlungen örtlich begrenzt einsetzbar. Bei der Strahlentherapie wird der Tumor mit energiereicher Strahlung bombardiert. Obwohl mit hohem technischen Aufwand versucht wird, nur die Krebsgeschwulst zu treffen, lässt es sich nicht vermeiden, dass auch gesundes Gewebe angegriffen wird. Die dabei entstehenden freien Radikale sind eine Hauptursache für viele akute und chronische Beschwerden, besonders an den empfindlichen Schleimhäuten, mit denen alle inneren Organe ausgekleidet sind.

Viele Nebenwirkungen bei Bestrahlungen treten nur akut während der Behandlung auf. Dazu gehören Mattigkeit, Reizungen und Entzündungen der Haut oder Schleimhäute, Funktionsstörungen am Darm, an den Harnwegen, der Lunge oder im Rachenraum. In den meisten Fällen bessern sich diese Beschwerden nach einigen Wochen und heilen ab. Bei einem Teil der Patienten kann es jedoch zu erheblichen Spät- und Dauerschäden kommen, vor allem nach intensiven Bestrahlungen des Unterleibs, des Bauchraums, der Lunge oder der Hals- und Rachenregion. Es entwickeln sich chronische Entzündungen, Vernarbungen oder Gewebenekrosen. Die empfindlichen Schleimhäute des Darms, der Harnwege oder der Geschlechtsorgane verkümmern, schrumpfen oder verkleben miteinander, es bilden sich Fisteln oder Geschwüre. Diese Beschwerden treten oft erst Monate nach der Behandlung auf und sind schwer zu therapieren.

Lokale, eng begrenzte Bestrahlungen verursachen meist nur geringe Nebenwirkungen. Bei der üblichen Bestrahlung nach einer Brust erhaltenden Operation kommt es zum Beispiel nur selten zu heftigen Beschwerden, da Fettgewebe sehr unempfindlich gegenüber Strahlen ist. Auch gezielte Knochenbestrahlungen werden meist gut vertragen, sofern nicht stark mit Schleimhäuten ausgekleidete Organe mitbetroffen werden, etwa im Bereich des Beckens, des Brustkorbs oder des Halses.

Inzwischen gibt es auch neuere Methoden, die die Belastung durch eine Strahlentherapie minimieren helfen, da sie während der Operation angewandt werden. So bieten rund zehn Prozent der zertifizierten Brustzentren in Deutschland die sog. intraoperative Strahlentherapie (IORT) bei Brustkrebs an, z.B. Heidelberg, Mannheim, München, Berlin, Frankfurt. Dabei erfolgt die Bestrahlung direkt nach der Tumorentfernung noch während der Operation. Im Vergleich zur herkömmlichen Bestrahlung soll damit die Rückfallrate wesentlich verringert werden. Es lohnt sich also vor der Operation nachzufragen, welche Kliniken diese Behandlungsmethode anbieten.

GfBK-Broschüre: Nebenwirkungen aggressiver Therapien

Vor der Operation

Die Operation ist oftmals eine sinnvolle Behandlungsmethode, mit der möglichst viel Tumormasse entfernt wird. Da die Heilungsrate nachweislich vom Operateur abhängt, sollten Sie sich einem erfahrenen Chirurgen in einer größeren Klinik anvertrauen.
Im Zweifelsfall sollten Sie sich eine zweite Fachmeinung einholen, da bei den sich schnell entwickelnden Operationstechniken durchaus ein unterschiedliches Vorgehen in verschiedenen Kliniken möglich ist. Daneben ist es sinnvoll, den Körper schon vor der Operation mit unterstützenden Maßnahmen zu stärken:

  • Nehmen Sie ein Enzympräparat ein: Eine niedrig dosierte Enzymtherapie, eine Woche vor der Operation begonnen und nach dem Eingriff in deutlich erhöhter Dosis eine Woche lang fortgesetzt, verbessert die Resorption von Gewebewasser, die Rückbildung von Hämatomen und damit die Wundheilung insgesamt.
  • Nehmen Sie ein homöopathisches Komplexpräparat wie beispielsweise Traumeel® bis etwa eine Woche nach der Operation
  • Gegen Ängste und Besorgnis helfen die Bach-Blüten-Notfalltropfen (Rescue Remedy®)
  • Ebenfalls sinnvoll ist begleitend die Einnahme der Vitamine C und E wie auch der Spurenelemente Zink und Selen.
  • Direkt nach dem operativen Eingriff hat sich die Einnahme homöopathischer Substanzen wie Arnica, Staphisagria oder Nux vomica für ein bis drei Wochen bewährt.
  • Bei bevorstehender Operation sollte ferner im Vorfeld rechtzeitig die Möglichkeit einer „Tumorimpfung“ und eines möglichen Chemo-Sensitivitätstestes ausgelotet werden, da schon bei dem Eingriff diese Therapien durch Entnahme spezifischen Tumormaterials vorzubereiten sind.
  • Daneben kann es durchaus Sinn machen, den Operationstermin genau zu datieren. Studien haben beispielsweise ergeben, dass ein Operationstermin in der zweiten Zyklusphase der Frau (vom Eisprung zur Menstruation) das Auftreten von Rückfällen vermindert.
  • Falls möglich, ist es günstiger den Operationstermin in die Phase des abnehmenden Mondes (vom Vollmond zum Neumond) zulegen, da dadurch die Wundheilung begünstigt und die Komplikationsrate gesenkt werden kann.

Bestrahlung

Im Gegensatz zur Chemotherapie, bei der sich das Medikament im ganzen Körper verteilt, sind Bestrahlungen örtlich begrenzt einsetzbar. Bei der Strahlentherapie wird der Tumor mit energiereicher Strahlung bombardiert. Obwohl mit hohem technischen Aufwand versucht wird, nur die Krebsgeschwulst zu treffen, lässt es sich nicht vermeiden, dass auch gesundes Gewebe angegriffen wird. Die Strahlen erzeugen Unmengen von chemisch aggressiven Partikeln, die freien Radikale. Diese zerstören die Molekülbindungen in der Zelle und führen zu deren Absterben. Im Tumor ist das nötig und gewollt. Im mitbetroffenen gesunden Gewebe führt das zu Beschwerden, besonders an den empfindlichen Schleimhäuten, mit denen alle inneren Organe ausgekleidet sind. Die freien Radikale sind eine Hauptursache für viele akute und chronische Beschwerden. Sie führen nicht nur zu Entzündungen, sondern verschlimmern sie und lassen sie chronisch werden. Lokale, eng begrenzte Bestrahlungen verursachen meist nur geringe Nebenwirkungen.

So kommt es bei der üblichen Bestrahlung nach einer Brust erhaltenden Operation selten zu heftigen Beschwerden, da Fettgewebe sehr unempfindlich gegenüber Strahlen ist. Auch gezielte Knochenbestrahlungen werden meist gut vertragen, sofern nicht stark mit Schleimhäuten ausgekleidete Organe mitbetroffen werden, etwa im Bereich des Beckens, des Brustkorbs oder des Halses.
Viele Nebenwirkungen bei Bestrahlungen treten nur akut während der Behandlung auf. Dazu gehören Mattigkeit, Reizungen und Entzündungen der Haut oder Schleimhäute, Funktionsstörungen am Darm, an den Harnwegen, der Lunge oder im Rachenraum. In den meisten Fällen bessern sich diese Beschwerden nach einigen Wochen und heilen ab. Bei einem Teil der Patienten kann es jedoch zu erheblichen Spät- und Dauerschäden kommen, vor allem nach intensiven Bestrahlungen des Unterleibs, des Bauchraums, der Lunge oder der Hals- und Rachenregion. Es entwickeln sich chronische Entzündungen, Vernarbungen oder Gewebenekrosen. Die empfindlichen Schleimhäute des Darms, der Harnwege oder der Geschlechtsorgane verkümmern, schrumpfen oder verkleben miteinander, es bilden sich Fisteln oder Geschwüre. Diese Beschwerden treten oft erst Monate nach der Behandlung auf und sind schwer zu therapieren.

Mit biologischen Therapien, wie einer Misteltherapie, der zusätzlichen Gabe von Vitaminen und Spurenelementen, sowie Präparaten, zur Unterstützung der Darmflora können Sie die unerwünschten Nebenwirkungen abmildern.

 GfBK-Broschüre: Nebenwirkungen aggressiver Therapien

Chemotherapie

Neben Operation und Strahlentherapie ist die Chemotherapie die dritte Säule der Krebsbehandlung. Bei der Chemotherapie werden chemische, mineralische oder pflanzliche Substanzen eingesetzt, die die Zellteilung hemmen. Da sie viele unangenehme Nebenwirkungen haben, wird eine sehr kontroverse Diskussion um diese Therapieform geführt. Zytostatika verhindern oder verzögern die Zellteilung. Da Krebszellen sich schneller teilen als gesunde, ist die Wirkung dieser Mittel auf Tumorzellen größer als auf gesunde Zellen, doch die Unterschiede zwischen gesunden und Krebszellen reichen nicht aus, um eine Chemotherapie ausschließlich auf den Tumor zu richten. Von den Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind besonders solche Zellen betroffen, die sich ebenfalls häufig erneuern und teilen, wie

  • die Zellen des Knochenmarks, in denen Blutkörperchen und Abwehrzellen gebildet werden
  • die Zellen der Schleimhäute
  • die Zellen der Haarwurzeln.

Darüber hinaus ist nicht sicher, dass Tumorzellen tatsächlich auf die Chemotherapie reagieren, denn sie können resistent sein oder bei einer wiederholten Therapie nicht mehr reagieren. Darum werden oft verschiedene Mittel kombiniert.

GfBK-Info: Vitamine

GfBK-Broschüre: Nebenwirkungen aggressiver Therapien

Wirksamkeit der Chemo?

Die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie sollte gut überlegt werden, am besten zusammen mit einem Arzt, der sowohl schulmedizinische als auch immunbiologische Therapieverfahren kennt.
Gute Erfolge hat die Chemotherapie bei Leukämie, lymphatischen Krebsarten und Hodenkrebs. In vielen Fällen kommt sie nur als unterstützende Behandlung in Frage.
Eingeschränkt wirksam ist eine Chemotherapie in der Regel bei Krebs der Speiseröhre, der Schilddrüse und der Bauchspeicheldrüse, bei Gallenwegs-, Leber- und Nierenkrebs, bei Blasenkrebs und bei Krebs der Lunge und der Haut. Auch bei Brustkrebs in fortgeschrittenem Stadium sind die Wirkungen eher fraglich.
Obwohl Ärzte ebenso wie Laien die lebensverlängernde Wirkung der Chemotherapie für selbstverständlich halten, gibt es kaum Hinweise, dass sie diese Wirkung tatsächlich außer bei den obengenannten Krankheitsbildern in nennenswertem Ausmaß hat. Die Verkleinerung eines Tumors wird häufig mit einer Lebensverlängerung gleichgesetzt. Trotz zahlreicher Studien zur Chemotherapie gibt es kaum welche, in der ein Zugewinn an Lebensqualität nachgewiesen wurde, obwohl Befürworter dieser Therapieform argumentieren, sie sei leidensvermindernd und krankheitsverzögernd. Falls Sie sich für eine Chemotherapie entscheiden, können Ihnen naturheilkundliche Therapien helfen, mögliche Nebenwirkungen zu verhindern oder abzumildern.
Bei Ihrer Entscheidung hilft Ihnen der Ärztliche Beratungsdienst der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr.

 GfBK-Info: Wirksamkeitstest für Chemotherapie