Forschung / Studien

Um herauszufinden, wann eine adjuvante Chemotherapie bei frühem Mammakarzinom beginnen sollte und ob eine Wartezeit von bis zu drei Monaten das Überleben verschlechtert, untersuchte eine retrospektive dänische Studie (Cold / Brit J Cancer, 2005). Hierzu wurden Daten von 7501 Frauen ausgewertet, die zwischen 1977 und 1999 eine Chemotherapie erhalten hatten. Die meisten der Patienten erhielten eine Chemotherapie nach dem CMF-Schema, nur 1084 Patienten erhielten eine Therapie mit Anthrazyklinen (FEC). Die Wartezeit bis zu Beginn der Chemotherapie wurde dabei in vier Gruppen unterteilt: 1 bis 3 Wochen, 4 Wochen, 5 Wochen und 6 bis 13 Wochen. Es zeigte sich, dass einer früher Beginn innerhalb der ersten drei Wochen keinen Überlebensvorteil bedeutet. Auch für Patientinnen mit einer schlechteren Prognose (wie befallene Lymphknoten, höhergradige Tumoren und Hormonrezeptornegativität) konnte keine Beeinflussung des Überlebens durch einen frühen Chemotherapiestart nachgewiesen werden.

GfBK-Kommentar: Endlich eine Studie, die Frauen beruhigt, die z.B. durch medizinische Komplikationen, eine Chemotherapie erst später beginnen können. Auch Patientinnen, die durch möglichst schnelle Einleitung von Chemotherapien verunsichert und unter Zeitdruck gesetzt werden, da sonst ein Tumorwachstum zu befürchten sei, werden durch diese Studiendaten bekräftigt, dass bis zu Beginn der Chemotherapie genügend Zeit ist, um eigene Wege im Umgang mit der Erkrankung zu finden und um Maßnahmen zu ergreifen, die vor Beginn einer Chemotherapie das Immunsystem stärken helfen.