Forschung / Studien

Jones LW, Habel LA, Weltzien E, Castillo A, Gupta D, Kroenke CH, Kwan ML, Quesenberry CP, Scott J, Sternfeld B, Yu A, Kushi LH, Caan BJ. Exercise and risk of cardiovascular events in women with nonmetastatic breast cancer. Journal of Clinical Oncology 2016; 34(23): 2743-2749

Studien zeigen, dass viele vor allem ältere Brustkrebspatientinnen nicht mehr am Krebsleiden sterben, sondern zunehmend an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Folge der teilweise kardiotoxischen schulmedizinischen Therapien sein können [2]. Dies sind vor allem Anthrazykline, Trastuzumab aber auch Aromatasehemmer.
Inwieweit hier der Lebensstil in Form von Bewegung von Nutzen sein kann, untersuchte eine Studie mit 2973 Frauen mit nicht metastasiertem Mammakarzinom, die kurz nach der Diagnose zu ihrem sportlichen Freizeitverhalten befragt wurden. Aus den Angaben wurde der Energieverbrauch in MET-Stunden pro Woche (MET: Metabolic Equivalent Task) berechnet. Das mediane Alter der Patientinnen lag bei 57 Jahren. Die mediane Nachbeobachtung lag bei 8,6 Jahren.
Die Studiendaten zeigten, dass mehr körperliche Aktivität von Vorteil ist: Frauen, die mindestens 9 MET-Stunden pro Woche erreichten, hatten im Vergleich zu Frauen, die das nicht schafften, ein um 23 Prozent reduziertes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Dabei war der Nutzen von Bewegung und Sport unabhängig von Alter, kardiovaskulärem Risikoprofil, Menopausenstatus und Art der Krebstherapie. Lediglich Frauen mit einem BMI von > 35 hatten keinen Nutzen. Außerdem trat ein „Dosiseffekt“ auf, so dass die Autoren der Studie empfehlen, mindestens auf 9 MET-h/Woche zu kommen und wenn möglich über diese "Minimal-Empfehlung" hinauszugehen, um die Schutzwirkung noch zu erhöhen.

GfBK-Kommentar: Dass Sport vor Brustkrebs und vor Rückfällen bei bereits bestehender Erkrankung schützt, ist schon länger bekannt. Auch hier weiß man, dass ein „Dosiseffekt“ auftritt und das Risiko umso geringer ist je mehr sportliche Aktivität durchgeführt wird. Jetzt kann man die Empfehlung, sich regelmäßig zu bewegen und ein individuell abgestimmtes Herz-Kreislauf-Training zu beginnen, auch um den kardioprotektiven Effekt erweitern. Übrigens, 9 MET-Stunden pro Woche entsprechen drei bis fünf Einheiten mit mittlerer bis hoher Trainingsintensität von mindestens 20-minütiger Dauer.

Literatur