Forschung / Studien

Die häufig auftretenden und stark beeinträchtigenden Schmerzen bei diffuser Knochenmetastasierung lassen sich durch den Einsatz einer systemischen Radionuklidtherapie deutlich reduzieren. Diese Ergebnisse ergab eine Untersuchung mit insgesamt 46 Patienten und diffus metastasiertem Mamma- oder Prostatakarzinom (Liepe / J Cancer Res Clin Oncol 2005). Dabei wurden über einen Beobachtungszeitraum von 12 Wochen die Parameter Schmerzen, Lebensqualität und durch Blutbildentnahme auch die Knochenmarksfunktion beurteilt. Durch die Radionuklidtherapie konnten im Verlauf die Schmerzen reduziert sowie die Lebensqualität verbessert werden, ohne dass eine Beeinträchtigung der Knochenmarksfunktion auftrat.

GfBK-Kommentar: Diese Studie mit allerdings nur kleiner Fallzahl bestätigt die Ergebnisse von mehreren Multicenterstudien, dass die Radionuklidtherapie bei 80% der Patienten zu einer Schmerzlinderung führt, wovon 25% der Patienten sogar schmerzfrei werden. Experten empfehlen deswegen eine frühzeitigen Einsatz bei Patienten mit osteoblastischen Skelettmetastasen und einem Karnofsky-Index größer als 40 Prozent.
Da diese Therapie einmalig durchgeführt wird, die Therapie bei Wiederholung nicht an Wirksamkeit verliert und die Nebenwirkungen als gering einzuschätzen sind, halten wir deren Durchführung gegenüber herkömmlichen systemischen, meist nebenwirkungsreichen Chemotherapien für besser geeignet. Weitere Untersuchungen halten wir allerdings für notwendig, um zu zeigen, welche Patienten mit welchen Tumorentitäten besonders profitieren und wie lange der Behandlungserfolg anhält.