Forschung / Studien

Eine prospektive, randomisierte Studie ging der ungewöhnlichen Frage nach, ob eine kontinuierliche Blasenspülung mit Kochsalz (CSBI) nach einer transurethralen Resektion eines Blasentumors (TURBT) aufgrund eines nicht muskelinvasiven Blasenkrebses mit geringem bis intermediärem Risiko gegenüber einer einzigen Installation mit Mitomycin (MMC) Vorteile hat (Onishi T et al. / BJU Int 2016). Hierfür wurden 227 Patienten randomisiert, wobei nach einer TURBT 114 Patienten eine kontinuierliche Blasenspülung mit Kochsalz (2.000 ml/h in der ersten Stunde, 1.000 ml/h für 2 Stunden und 500 ml/h für 15 Stunden) und 113 Patienten eine einmalige Installation mit Mitomycin erhielten.
Der primäre Studienendpunkt war das rezidivfreie Überleben, der sekundäre Endpunkt war u.a. das Auftreten von Nebenwirkungen. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 37 Monate.
Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass eine kontinuierliche Blasenspülung mit Kochsalz mit ähnlichen Effekten und weniger Nebenwirkungen assoziiert war als eine einzige sofortige Instillation mit Mitomycin C. Die rezidivfreie Überlebensrate nach 5 Jahren lag bei 62,6 % mit CSBI gegenüber 70,4 % mit MMC. Eine Kaplan-Meier-Auswertung des rezidivfreien Überlebens wies keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen auf (p = 0,53). Außerdem ergaben sich keine Unterschiede in Bezug auf Tumorprogressionsrate und die mittlere Zeit bis zum ersten Rezidiv.

GfBK-Kommentar: Auch wenn dies nur eine monozentrische Studie mit kleiner Kohorte ist, so zeigt sich hier, dass auch eine Spülung mit Kochsalz ähnliche Effekte wie eine Mitomycin-Installation haben kann. Limitierend für dieses neue Konzept wird die recht aufwändige Spülung über insgesamt 18 Stunden sein. Gerade für Patienten, die einer Mitomycin-Installation skeptisch gegenüber stehen, könnte auch eine lokale Instillation mit einem Mistelextrakt eine Alternative sein. Dies wird gerade unter der Kurzbezeichnung TIM (Therapeutische Instillation eines Mistelextraktes) in einer deutschen Phase-3-Studie geprüft, die erstmals den Erfolg einer Mistel-Instillation mit der etablierten Mitomycin-Instillation vergleicht.