Forschung / Studien

Schwedische Forscher gingen in einer Studie dem Verdacht nach, ob durch die transurethrale Resektion von Blasentumoren (TURBT) vermehrt Krebszellen in den venösen Blutkreislauf gelangen und dadurch das Metastasierungsrisiko erhöht wird. So wird bei der transurethralen Resektion die Blase unter erhöhten Druck gesetzt, um Tumorbestandteile besser entfernen zu können. Da der Druck über dem in venösen Gefäßen liegt, könnte es zum vermehrten Übertritt von Tumorzellen in den Blutkreislauf mit Dissemination von Mikrometastasen kommen.
Um diese Hypothese zu überprüfen, wurden 16 Patienten mit Verdacht auf einen muskelinvasiven Blasentumor einer TURBT unterzogen (10 Tumoren stellten sich bei der Operation tatsächlich als muskelinvasiv heraus). Dabei wurde den Patienten ein Venenkatheter gesetzt, um vor und während der Operation Blutproben aus der Vena cava inferior zu entnehmen. Die Proben wurden anschließend auf zirkulierende Tumorzellen untersucht (Engilbertsson H et al. / The Journal of Urology 2014).
Wie sich herausstellte, ließen sich bei neun Patienten Tumorzellen im Blut nachweisen, wobei acht der Patienten einen muskelinvasiven Tumor hatten. Dagegen hatten von den sieben Patienten ohne Tumorzellen im Blut fünf einen nichtinvasiven Tumor.
Nicht nur bei Muskelinvasivität war die Zellzahl im Blut erhöht. Auch die transurethrale Resektion scheint hierauf einen Einfluss zu haben. So konnten in sieben intraoperativ gewonnenen venösen Blutproben vermehrt Krebszellen nachgewiesen werden. Bei sechs davon war die Anzahl deutlich höher als bei der präoperativen Bestimmung: Wurden bei den Patienten mit präoperativem positiven Nachweis von Tumorzellen in der Vena cava durchschnittlich 5,6 Zellen entdeckt, so waren es bei denen mit intraoperativem Befall 15,3 Zellen - also fast dreimal mehr.

GfBK-Kommentar: Da Blasenkrebs eine schlechte Prognose hat, ist diese Studie bei der Entscheidungsfindung, wie und ob eine TURBT durchgeführt wird, wichtig zu berücksichtigen. Auch wenn die Studie nur eine kleine Patientenzahl aufweist, scheint es doch die Hypothese zu bekräftigen, dass die TURBT die Streuung von Tumorzellen begünstigt.
Es lohnt sich daher, darauf hinzuweisen, den Blasendruck bei der Operation besser nicht zu stark zu steigern. Außerdem sollte die TURBT bei Patienten mit starkem Verdacht auf einen Muskelbefall nach Ansicht der Forscher nur zur Probeentnahme und nicht zur kompletten Tumorresektion angewandt werden. Evt. können hier vorbeugend auch andere naturheilkundliche Aspekte wie die Gabe von antiinflammatorischen Substanzen (z.B. Selen und Enzyme oder Cimetidin wie bei Darmkrebspatienten) vor und nach der Operation eine wichtige Hilfe sein.