Forschung / Studien

In der Urologie untersuchte erstmals eine Forschergruppe, inwieweit durch die laparoskopische Entfernung urologischer Malignome Lokalrezidive oder Metastasen an der Punktionsstelle hervorgerufen werden können (Rassweiler J / J Urol 169, 2003). Die in Heilbronn durchgeführte Studie umfasste 1098 laparoskopische Eingriffe an vorwiegend urologischen Tumoren. Davon waren 450 radikale Prostatektomien, 478 Entfernungen von Beckenlymphknoten, 80 Entfernungen von retroperitonealen Lymphknoten, 45 radikale Nephrektomien, 22 radikale Nephroureterektomien, 12 partielle Nephrektomien und 11 Adrenalektomien. Nach einer mittleren Nachbeobachtungsdauer von 58 Monaten wurden acht Lokalrezidive beobachtet, was einem Anteil von 0,73% insgesamt bzw. 1,41% der histologisch gesicherten Fälle entsprach. Bei allen 8 Patienten wurden die Tumoren als aggressiv und/oder lokal fortgeschritten eingestuft.

GfBK-Kommentar: Diese Untersuchung zeigt ein geringes Rezidivrisiko bei laparoskopischer Entfernung urologischer Malignome. Insbesondere bei fortgeschrittenen oder aggressiv wachsenden Tumoren ist das Rezidivrisiko nach laparoskopischem Eingriff als etwas höher, aber mit 0,73% als insgesamt sehr gering einzuschätzen. Leider fand in diese Studie kein direkter Vergleich mit konventionellen Operationsmethoden statt. Zusammenfassend überwiegen die Vorteile von laparoskopischen Eingriffen: Diese Operationsmethoden erfordern zwar meist eine etwas längere OP-Dauer, sind aber dafür mit einer geringeren Krankheitsdauer und einem geringeren Blutverlust verbunden.