Forschung / Studien

Bei Versuchen mit Mäusen haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Ausprägung von Nebenwirkungen einer Chemotherapie davon abhängt, wann die Chemotherapie verabreicht wird (Gorbacheva / PNAS 102, 2005). Dazu wurde Mäusen Cyclophosphamid verabreicht. Es zeigte sich, dass dieses Zytostatikum morgens viel schlechter als am späten Nachmittag vertragen wurde. In nachfolgenden Versuchen konnte nachgewiesen werden, dass die zirkadiane Rhythmik bei der Entstehung dieser Beobachtung wohl eine wesentliche Rolle spielt. So trat bei den Mäusen, bei denen die innere Uhr durch Erbgutmanipulationen in ihrer morgendlichen Phase angehalten wurde, eine deutlich stärkere Reaktion auf die Chemotherapie auf als bei den Tieren, die auf „nachmittags“ programmiert waren.

GfBK-Kommentar: Die zirkadiane Rhythmik spielt bei der Chemotherapie eine wichtige Rolle, sowohl was die Nebenwirkungen als auch die Wirksamkeit betrifft. Ob durch diese im Tierversuch gewonnen Erkenntnisse die zytostatische Therapie verbessert werden kann, müssen weitere Forschungen insbesondere mit anderen zytostatischen Substanzen zeigen. Denn es ist zu erwarten, dass die verschiedenen Zytostatika in der optimalen Einnahmezeit stark voneinander abweichen, so dass allein aufgrund dieser Versuchsanordnung eine Übertragbarkeit auf andere Chemotherapieregime nicht möglich ist. Zukünftig sollte die Tageszeit bei der Verabreichung von Zytostatika eher berücksichtigt werden, wohl aber auch etablierte komplementäre Therapieverfahren, die die Nebenwirkungen auf biologische Art minimieren helfen.