Forschung / Studien

Schon länger werden als besonders gesundheitsgefährdend Rußpartikel eingestuft, die als Feinstaub eingeatmet werden. In einer Analyse konnte nun gezeigt werden, dass bestimmte Konzentrationen an Feinstaub mit einem maximalen Partikeldurchmesser von 10 µm oder 2,5 µm mit einem erhöhten Risiko für Adenokarzinome der Lunge assoziiert sind. Dies ergaben Berechnungen an 17 Studien mit fast 313.000 Menschen, die in zwölf unterschiedlich dicht besiedelten Regionen Europas wohnen, etwa in Oslo, London, Rom, aber auch in Umeå in Schweden und in der Region Vorarlberg (Raaschou-Nielsen O et al./ The Lancet Oncology 2013). Dabei wurde errechnet, dass im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Feinstaubbelastung die Steigerung des relativen Risikos für Lungenkrebs 22% betrifft. Besonders besorgniserregend ist dabei die Feststellung der Autoren, dass Lungenkrebs auch unterhalb der festgelegten Grenzwerte ausgelöst werden könne. Quelle für Feinstaub sind vor allem Straßen- und Flugverkehr, Industrieanlagen und häusliche Heizanlagen.

GfBK-Kommentar: Auch wenn die Berechnungen nur annähernd stimmen sollten, so zeigt es doch die weitreichende Problematik, die dahinter steckt und die für den Einzelnen nur schwer fassbar ist, da inzwischen so viele Umweltfaktoren auf die Menschheit einwirken, dass es immer schwieriger wird, das Störungspotential genau einzukreisen. Es zeigt aber auch, dass wir viel Potential haben, um im Kleinen darauf einzuwirken: angefangen von am besten erst gar nicht Rauchen über weniger Autofahren bis hin zu einem Bewusstsein, dass man auch darauf achten kann, woher die Lebensmittel eigentlich kommen. Schließlich müssen es ja im Herbst nicht unbedingt die Äpfel aus Argentinien sein. Oftmals ist weniger eben genau das Gegenteil: nämlich mehr.