Forschung / Studien

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 23.000 Männer und 28.000 Frauen an Darmkrebs, wobei in den letzen Jahrzehnten die Erkrankungsrate in den westlichen Ländern stark zugenommen hat. Mehr als bei anderen Krebserkrankungen gelten Fehler in der Ernährung als Ursache – zu viel Fett und Fleisch, zu wenig Gemüse und Ballaststoffe. Außerdem konnten US-Forscher zeigen, dass vor allem Darmkrebs¬patienten und hier vor allem Adipöse, deren Ernährung eine hohe glykämische Last aufwies, häufiger ein Rezidiv bekamen (Meyerhardt JA et al./ JNCI 2012).
Ein Forscherteam aus Kanada konnte nun zeigen, warum eine Ernährung mit einfachen Kohlenhydraten das Darmkrebsrisiko erhöhen könnte. Und zwar produzieren Darmbakterien aus Kohlenhydraten Butyrat, das bei Mäusen die Bildung von Polypen förderte (Belcheva A et al./ Cell 2014). Die Mäusen, denen die Gene APC und MSH2 fehlen, sind anfällig für Darmkrebs, der sich meist aus Polypen bildet. Die Bildung von Darmpolypen konnte bei den Tieren sowohl durch die Gabe von Antibiotika als auch durch eine kohlenhydratarme Ernährung gesenkt werden.
Außerdem wiesen die Forscher nach, dass sich unter der kohlenhydratarmen Ernährung die Darmflora veränderte. Gerade die Bakterienpopulation, die Kohlenhydrate in Butyrat verstoffwechseln, wurde seltener nachgewiesen.

GfBK-Kommentar: Dass die Darmflora eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krebserkrankungen und auch von Darmkrebserkrankungen hat, ist unter Naturheilkundlern nichts Neues. Umso wichtiger sind diese Ergebnisse, da sie offenkundig zeigen, dass unsere Ernährung die Verteilung der Darmbakterien beeinflusst und dies wiederum Auswirkungen hat, ob ein schützendes oder schädigendes Millieu entsteht.