Forschung / Studien

In einer randomisierten kontrollierten Studie der Universität Taipeh konnte an insgesamt 157 Patienten mit hepatozellulären Karzinomen gezeigt werden, dass die perkutane Radiofrequenzablation der Verödung mit Äthanol überlegen ist (Lin / Gastroenterology, 2004). Die Vorteile der Radiofrequenzablation waren dabei für lokale Tumorprogression, Gesamt- und tumorfreies Überleben signifikant. Die mediane Beobachtungszeit betrug 24,3 Monate. Außerdem waren in der Radiofrequenzgruppe weniger Sitzungen erforderlich.

GfBK-Kommentar: Diese Ergebnisse unterstreichen die im deutschen Sprachraum gängige Praxis, dass schon seit einiger Zeit immer häufiger die Radiofrequenzablation zur Behandlung von kleinen Lebertumoren (< 4 cm) eingesetzt wird. Die Alkoholverödung hingegen wird nur noch von wenigen Zentren und vor allem zur Behandlung von eher kleineren Lebermetastasen bis zu 2,5 Zentimeter Größe durchgeführt.
Die Radiofrequenzablation bietet mehrere Vorteile. Die Behandlung dauert nur etwa eine Stunde und kann unter lokaler Betäubung durchgeführt werden. Wegen der geringen Belastung durch die Therapie können auch ältere oder geschwächte Patienten behandelt werden. Außerdem kann die Behandlung bei einem Neuauftreten von Metastasen jederzeit wiederholt werden. Allerdings ist die Methode nicht anwendbar, wenn die Leber mit mehr als fünf Metastasen befallen ist. Hier wäre dann die Durchführung einer regionalen Hyperthermiebehandlung anzuraten.