Forschung / Studien

Die Bildung adenomatöser Polypen, Vorstufen zu Darmkrebs, kann durch die Gabe von Kalzium reduziert werden. Das hat die Metaanalyse dreier prospektiver, placebokontrollierter Studien gezeigt (Shaukat / Am J Gastroenterol 100, 2005), in die Patienten nach Entfernung adenomatöser Polypen 1200 bis 2000 mg Kalzium erhalten hatten. Anhand von Kontrollendoskopien zeigte sich, dass das Rezidivrisiko durch Kalziumsupplementierung um 20 Prozent gesenkt werden konnte.

GfBK-Kommentar: Da in diesen Studien auch die Ernährungsgewohnheiten mit berücksichtigt wurden, sind die Ergebnisse als klinisch relevant anzusehen. Unserer Meinung nach sollte zukünftig diskutiert werden, ob nicht zumindest bei Patienten mit bekannter Neigung zur Bildung von Darmpolypen eine Kalziumsupplementierung empfohlen werden sollte. Lediglich bei Hyperparathyreoidismus und bei Menschen, die dazu neigen, Nierensteine aus Kalziumoxalat zu bilden, ist von einer dauerhaften Kalziumeinnahme abzuraten.