Forschung / Studien

Bisher gab es nur wenig zuverlässigen Daten, ob der Lebensstil, hormonelle Faktoren oder andere Faktoren die Aussagekraft der Mammographie beeinflussen. Dies wurde unter anderem in der Million Women Study an 122355 Frauen im Alter von 50-64 Jahren untersucht (Banks / BMJ 329, 2004). Dabei wirkten sich folgende Faktoren negativ auf Sensitivität und Spezifität der Mammographie aus: Hormonersatztherapie, vorangegangene Brustoperationen, Körpergewicht (d.h. schlanke Frauen mit einem BMI < 25). Alle anderen evaluierten Faktoren, wie Alter, familiäre Vorbelastung, sportliche Aktivität, Rauchen oder Alkoholkonsum hatten dagegen keinen Einfluss auf die Aussagekraft.
Jedoch selbst das wesentlich genauere und strahlungsfreie Verfahren, die Magnetresonanzmammographie, die besonders bei dichtem Brustgewebe und bei unübersichtlichen Situationen (z. B. bei prothetisch versorgten Mammae) oder starken Vernarbungen, empfohlen wird, ist nicht bei jeder Patientin geeignet. So konnte in einer anderen Untersuchung (Denis / Eur J Surg Oncol 30, 2004) gezeigt werden, dass die Vorbehandlung mit Taxanen zu einer fehlerhaften Einschätzung der Resttumorgröße (zu klein!) führen kann. Dies ist insbesondere bei Patientinnen von Bedeutung, bei denen aufgrund einer neoadjuvanten Chemotherapie die Operationsplanung mittels MRT erfolgt.

GfBK-Kommentar: Der fragliche flächendeckende Nutzen des Mammographie-Screenings wird durch diese Untersuchungsergebnisse bestätigt. Selbstuntersuchung ist gegenwärtig – bis zur Einführung eines zuverlässigen Screening-Verfahrens – am ehesten geeignet, einen Tumor frühzeitig zu erkennen. Bei Frauen, die jünger als 50 Jahre alt sind, ist unserer Ansicht nach von einem Mammographie-Screening eher abzuraten. Bei begründetem Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung ist jedoch die Mammographie sinnvoll. Wichtig dabei ist, dass zwei Wochen vor der Untersuchung keine Hormonersatzpräparate verabreicht werden sollten.