Forschung / Studien

Perforationen der Darmwand sind eine bekannte, seltene, aber lebensgefährliche Komplikation der Darmspiegelung. Insbesondere bei über-75-Jährigen steigt laut einer Studie des weltweit größten Endoskopie-Zentrums in Bangkok (Lohsiriwat / BMC Gastroenterology 2009) das Risiko für eine Darmperforation an. Dabei war der wichtigste Risikofaktor in dieser Studie nicht die Unerfahrenheit des Arztes, sondern das Alter des Patienten. So kam es bei über-75-Jährigen mehr als sechsfach häufiger zu einer Darmperforation. Vorsicht geboten ist außerdem beim Abtragen größerer Polypen. Nach therapeutischen Endoskopien kam es fast dreifach häufiger zu einer Darmperforation. Der Studienleiter vermutet, dass auch eine Sedation das Risiko erhöhen könnte, da es dem Arzt nicht mehr möglichst ist, auf Schmerzreize des Patienten zu reagieren.

GfBK-Kommentar: Diese Untersuchung zeigt, dass unter bestimmten Bedingungen eine Darmspiegelung nicht ungefährlich ist. Da inzwischen durch öffentliche Kampagnen mit bekannten Größen aus Show und Sport immer wieder verstärkt auf Darmspiegelungen als Mittel zur Früherkennung von Darmkrebs hingewiesen wird, ist es umso wichtiger, auch auf die möglichen Nebenwirkungen aufmerksam zu machen, damit keine unnötigen Komplikationen auftreten. Schließlich sind die Schätzungen, wie sehr die Darmspiegelung die Heilungschancen erhöhen, widersprüchlich.
Außerdem sollte es bei großen Aufklärungskampagnen auch darum gehen, die Achtsamkeit der Menschen für Vorgänge im eigenen Organismus zu stärken. Wichtig ist auch, auf das, was im Darm geschieht, zu achten: Verstopfungen oder andere Funktionsstörungen sind Warnsignale, auf die reagiert werden muss. Zudem hilft regelmäßiger Sport und eine ausgewogene Ernährung, das Erkrankungsrisiko zu minimieren. Pflanzliche Kost wie Obst, Gemüse und Getreide neutralisiert Schadstoffe und stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte gegen entartete Zellen. Positiv auf das Darmmilieu wirken außerdem milchsaure, vergorene Produkte wie Sauerkraut, Gemüsesäfte oder Joghurt.