Forschung / Studien

Angiogenesehemmer sind Substanzen, welche die Blutversorgung des Tumors reduzieren, indem sie die Neubildung von Blutgefäßen unterdrücken. Eine Studie der University of California zeigt im Tierversuch unerwünschte Wirkungen: Nach anfänglichem Therapieerfolg dringt der Tumor vermehrt in gesundes Gewebe ein und neigt auch stärker zur Metastasierung (Casanovas et al / Cancer Cell 2005 und Paez-Ribes et al / Cancer Cell 2009).

Dabei wurde Mäusen entweder ein Pankreastumor oder ein Glioblastom implantiert. Bei beiden Tumorentitäten reduzierte sich die Tumorgröße durch Gabe von Sutent eindeutig in den ersten Therapiewochen. Danach jedoch änderte sich das Ansprechen, indem die Tumoren vermehrt in gesundes Gewebe eindrangen und auch stärker zur Metastasierung neigten. Möglicherweise ist dieses Phänomen – laut Ansicht der Autoren - eine Reaktion auf die plötzliche Unterversorgung von Sauerstoff und Nährstoffen.

GfBK-Kommentar: Bestätigen sich diese Ergebnisse auch beim Menschen, wäre genau das Gegenteil von dem erreicht, was die Behandlung bewirken soll. Denn letztlich sind invasives Wachstum und Metastasen die tatsächlich lebenbedrohlichen Umstände einer Krebserkrankung. Widersprüchlich erscheint daher in diesem Zusammenhang die Schlussfolgerung der Studie, wonach Angiogenesehemmer weiterhin als wertvolle Therapeutika bewertet werden, die die Lebensqualität und Überlebenswahrscheinlichkeit positiv beeinflussen können.