Forschung / Studien

Eine aktuelle prospektive und randomisierte Phase-III-Studie untersuchte die Wirksamkeit einer autologen Tumorzell-Vakzine bei Hypernephrompatienten im Stadium pT2-3 pN0 M0 (Jocham D / Lancet 363, 2004). 379 Patienten wurden in 2 Gruppen eingeteilt: Davon erhielten die Patienten 4 Wochen nach Nephrektomie entweder 6 Vakzinegaben im Abstand von 4 Wochen oder keine adjuvante Therapie. Ergebnis: Nach 5 Jahren lag das rezidivfreie Überleben in der Vakzinegruppe bei 77,4% und in der Kontrollgruppe bei 67,8%. Nach knapp 6 Jahren wurde der Therapieerfolg noch deutlicher: Es lebten dann in der Vakzinegruppe 72% rezidivfrei, in der Kontrollgruppe aber nur 59,3%. Insbesondere bei T3-Tumoren zeigten die Daten eine deutliche Überlegenheit zugunsten der Vakzinegruppe (67,5% vs. 49,7%). Die Autoren empfehlen die Impfung insbesondere bei Patienten, deren Tumor größer als 2,5 cm ist.

GfBK-Kommentar: Auch wenn die Ergebnisse relativ klar erscheinen, weist die Studie einige methodische Mängel auf, die unlängst in Fachkreisen diskutiert wurden. So wurde als Studienendpunkt nicht das Gesamtüberleben, sondern das rezidivfreie Überleben gewählt, so dass eine Aussage über den Überlebensvorteil unter Vakzinierung nicht getroffen werden kann. Kritikpunkte sind auch der nachträgliche Ausschluss von 89 Patienten und die fehlende Verblindung der Studie. Nichts desto trotz weiß man aus Einzelfallberichten und einer Studie mit kleiner Fallzahl (Höltl L / J. Urol. 161, 1999), dass Hypernephrome besonders gut auf Immuntherapien reagieren, so dass eine Tumorimpfung bei Nierenzellkarzinomen zukünftig durchaus eine Behandlungsalternative darstellen kann.