Forschung / Studien

Ginseng könnte ein therapeutischer Ansatz bei der Behandlung des bei Krebspatienten häufig auftretenden Fatigue-Syndroms sein. Mit dieser Thematik beschäftigte sich eine Studie, die auf dem ASCO-Kongreß 2007 vorgestellt wurde (ASCO Annual Meeting Proceedings / Journal of Clinical Oncology, 2007). In diese randomisierte vierarmige Studie wurden insgesamt 282 Krebspatienten mit tumor- oder therapiebedingter Fatigue aufgenommen. Die Patienten bekamen für acht Wochen einen standardisierten Extrakt aus amerikanischem Ginseng in Dosierungen von 750, 1000 oder 2000 Milligramm pro Tag; oder sie erhielten ein Placebopräparat. Dabei zeigte sich, dass in den Gruppen mit den beiden höheren Ginseng-Tagesdosen die Fatigue-Beschwerden bei 25 und 27 Prozent der Befragten mäßig-stark bis deutlich gelindert wurden. Die 750-Milligramm-Dosierung von Ginseng sowie Placebo waren nur bei jeweils zehn Prozent der Patienten Fatigue-lindernd.

GfBK-Kommentar: Diese Untersuchung bestätigt die Ergebnisse anderer Studien, z.B. von Kim JH (J Clin Pharm Ther 2006), in denen bei Krebspatienten eine Verbesserung der Lebensqualität durch Gabe eines Ginsengpräparates gezeigt werden konnte. Allerdings sollte der Stellenwert von Ginseng bei Zeichen von Erschöpfung und Abgeschlagenheit noch genauer untersucht werden: Für die Betroffenen ist insbesondere die Beantwortung der Frage wichtig, welche Ginsengpräparate am effektivsten helfen, zumal es Ginseng-Präparate von unterschiedlicher Qualität gibt und das in der Studie verwendete Präparat sich laut den Forschern von vielen in Drogerien erhältlichen Mittel unterscheide. Um das Fatigue-Syndrom effektiv behandeln zu können, ist außerdem eine ganzheitliche Betreuung des Patienten erforderlich. Dies beinhaltet neben der Behandlung einer eventuell bestehenden Blutarmut das Einbeziehen folgender biologischer Therapiekonzepte: Stärkung des Immunsystems, Stärkung der Entgiftungsorgane, Ernährungsmaßnahmen, individuell abgestimmte Nahrungsergänzung.