Forschung / Studien

Eine japanische Studie hat auch bei Patienten die bisherigen tierexperimentellen Untersuchungen bekräftigt, wonach die Verabreichung von hochdosierten Laktobazillen atypische Mukosaveränderungen im Dickdarm reduziert (Ishikawa / Int J Cancer 2005). Dabei wurde 380 Patienten mit Kolonkarzinom, denen zwei oder mehr Polypen endoskopisch entfernt worden war, vier Jahre lang zusätzlich zu einer fettreduzierten Kost Probiotika (1010 Keime von Lactobacillus casei täglich) verabreicht. Verglichen mit Patienten, die keine Probiotika erhielten, verringerte sich das relative Risiko für Tumoren mit atypischen Mukosaveränderungen nach 4 Jahren signifikant um 35 Prozent. Die Rate von neu aufgetretenen kolorektalen Tumoren blieb allerdings unverändert, wenngleich die Tumoren in der Gruppe der Patienten, die hochdosiert Laktobazillen einnahmen, kleiner waren.

GfBK-Kommentar: Da in diesen Studien auch die Ernährungsgewohnheiten mit berücksichtigt wurden, sind die Ergebnisse als klinisch relevant anzusehen. Weiteren Studienergebnissen zufolge scheint auch die Gabe von Folsäure, Selen und Kalzium die Entstehung von entarteten Darmpolypen zu verhindern. Im Rahmen der Primärprävention ist eine vorwiegend pflanzlich orientierte Kost, die einen hohen Anteil an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten aufweist zu empfehlen, ergänzt um Nüsse, fettarme Milchprodukte, Fischgerichte und Geflügel. Lediglich bei Patienten mit bekannter Neigung zur Bildung von Darmpolypen halten wir eine gezielte Supplementierung mit obigen Substanzen für gerechtfertigt.