Forschung / Studien

Ob und wie moderater Kaffeegenuss den Hormonhaushalt beeinflusst, wurde an einer Untersuchung mit 259 prämenopausalen Frauen geprüft (Schliep KC / American Journal of Clinical Nutrition 2012). Dabei wurde von den Frauen über einen Zeitraum von zwei Monatszyklen bis zu drei Mal wöchentlich eine Blutprobe abgenommen und ein ausführlicher Fragebogen zur Nahrungszufuhr in den letzten 24 Stunden ausgefüllt.
Ergebnisse: Bei Asiatinnen und afroamerikanischen Frauen steigern zwei Tassen Kaffee am Tag den Östrogenspiegel, während bei weißen US-Amerikanerinnen die gegenteilige Wirkung eintritt und der Östrogenspiegel gesenkt wird.
Allerdings waren die Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen nur auf das Koffein im Kaffee beschränkt. Alle anderen koffeinhaltigen Getränke und grüner Tee steigerten bei allen Frauen den Östrogengehalt. Die Ausschläge waren jedoch nicht hoch genug, um Zyklusstörungen auszulösen.

GfBK-Kommentar: Warum Kaffee bei weißen Frauen den Östrogenspiegel senkt, bei Asiatinnen aber anhebt, können sich die Forscher bisher nicht erklären. Da bei der Untersuchung auch das Alter, Adipositas, körperliche Aktivität, Stress und Alkoholkonsum mit berücksichtigt wurden, sind die Ergebnisse in Bezug auf die Wirkungen des Kaffees ernst zu nehmen.
Ob die unterschiedliche Beeinflussung des Östrogenhaushaltes langfristig zu Störungen oder Krebserkrankungen in Uterus, Brust und Ovarien führen kann, müssen weitere Studien klären. Momentan ist es noch zu früh, um eindeutige Empfehlungen auszusprechen, da bisherige Studien eher positive Wirkungen von Kaffee und grünem Tee aufgezeigt haben. Der einzige Rat dürfte daher sein, sowohl auf einen moderaten Konsum sowohl von Kaffee als auch von grünem Tee zu achten.